Wer bestimmt den Impfkalender?

Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten… Sobald ein Baby in Deutschland geboren wird, stehen zahlreiche Impfungen auf dem Impfkalender, um die Kleinsten vor schweren Infektionskrankheiten zu schützen. Ein vollständiger Impfschutz ist heute noch genauso wichtig wie früher.

In der Bundesrepublik besteht keine Impfpflicht. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich bzw. sein Kind impfen lässt oder nicht. Dennoch besteht der dringende Expertenrat, Schutzimpfungen wahrzunehmen. Nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Wohle der Allgemeinheit.1

Schutzimpfungen gehören zur „Nationalen Präventionsstrategie“ der Bundesrepublik. Da sich der Staat für die flächendeckende Durchführung von Schutzimpfungen einsetzt, werden die Kosten für die Standardimpfungen von Kindern und Erwachsenen durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Welche Impfung zu einer Standardimpfung ernannt wird, entscheidet die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin.2

Wenn ein neuer Impfstoff für den deutschen Markt zugelassen wird, prüft die STIKO, ob diese Impfung im Interesse der Allgemeinheit in den Standard-Impfkalender aufgenommen wird oder nicht.

Basis für die Entscheidung der STIKO sind u.a. folgende Fragen:

Da sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse immer wieder verändern, neue Impfstoffe auf den Markt kommen oder neue Krankheitserreger beobachtet werden, passt die STIKO ihre Impfempfehlungen einmal im Jahr an. Achten Sie daher auf den Stand des Impfkalenders, wenn Sie sich über Impfungen informieren.

Reiseimpfungen

Die Empfehlungen der STIKO gelten nur für Deutschland. Wer in andere Länder reist, kann sich über Tropeninstitute, Gesundheitsämter oder reisemedizinische Dienste über die Impfempfehlungen für das jeweilige Reiseland informieren. Aktuelle Informationen erhalten Reisende auch über die Internetseiten des Auswärtigen Amtes.2

Die Kosten für Reiseimpfungen werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Dennoch kann sich eine Nachfrage lohnen. Bei privaten Krankenkassen ist die Kostenübernahme meist abhängig vom jeweiligen Versicherungsstatus.

1 www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/schutzimpfungen/, abgerufen am 17.03.2016
2 www.rki.de, abgerufen am 17.03.2016