Diphtherie Erreger (Corynebacterium diphtheriae)

Die Diphtherie-Bakterien sind hochansteckend und lösen eine lebensgefährliche Infektionskrankheit aus, an der auch bei uns in der Vergangenheit tausende Menschen, vor allem Kinder, gestorben sind. Gefährlich sind dabei nicht die Bakterien selbst, sondern das von ihnen produzierte Gift.

Die Erreger der Diphtherie sind weltweit verbreitet, allerdings werden Erkrankungen mit Diphtherie in Deutschland heutzutage kaum noch beobachtet. In den vergangenen Jahren kam es in der Bundesrepublik jährlich zu etwa vier bis acht Erkrankungsfällen, bis zu drei Todesfälle traten auf.3 Diese sehr geringen Fallzahlen sind den intensiven Impfmaßnahmen und guten hygienischen Verhältnissen in Deutschland zu verdanken. Ohne Impfungen würde die Diphtherie zurückkehren. Dies zeigte der große Diphtherie-Ausbruch in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre. Hier wurde über Jahre nur noch ungenügend geimpft. In Folge kam es zu einem Diphtherie-Ausbruch mit 150.000 Erkrankten und über 4.000 Toten. Internationale Hilfe war notwendig, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.1



Noch immer treten Erkrankungen mit Diphtherie in Ländern der Russischen Föderation, in Afghanistan, Indien, Indonesien, auf den Philippinen und Haiti sowie in einigen afrikanischen Ländern auf.2 Der saisonale Erkrankungsgipfel liegt im Herbst und Winter.2 

Eine Diphtherie beginnt etwa ein bis fünf Tage nach der Infektion wie eine harmlose Erkältung mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und mäßigem Fieber. Im weiteren Krankheitsverlauf folgen Heiserkeit, Husten und ein Anschwellen der Lymphknoten. Im Rachen, in der Nase und/oder in der Luftröhre bilden sich fest haftende, weiße oder graue Beläge. Typisch für Patienten mit Diphtherie ist ein süßlicher Mundgeruch.1

Problematisch sind die Schwellungen im Halsbereich („Caesarenhals“). Sie können so stark sein, dass die Patienten ersticken. Die Erkrankung wurde in früheren Zeiten daher auch „Würgeengel der Kinder“ genannt.

Das Gift der Diphtherie-Bakterien kann zusätzlich Organschäden verursachen. Hier kann es zu bisweilen tödlichen Herzentzündungen oder Nerven-Lähmungen kommen. Geraten Diphtherie-Bakterien in offene Wunden, können sich Geschwüre bilden.

Diphtherie-Bakterien sind hochansteckend und werden von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion übertragen. Dies kann durch Husten, Niesen, Sprechen, Küssen oder die gemeinsame Benutzung von Gläsern passieren. Die Erreger können auch von Personen weitergegeben werden, die nicht selbst an Diphtherie erkranken.1

Diphtherie-Patienten können andere anstecken, solange die Diphtherie-Erreger in Sekreten oder Wunden nachweisbar sind. Bei unbehandelten Patienten beträgt dieser Zeitraum zwei bis (selten) mehr als vier Wochen. Bei antibakterieller Behandlung verkürzt sich die Ansteckungszeit auf zwei bis vier Tage.2

Damit die Diphtherie nicht wieder nach Deutschland zurückkehrt (z. B. durch eingeschleppte Fälle), ist es wichtig, dass ein großer Teil der Bevölkerung ausreichend geschützt ist. Wer sich oder sein Kind gegen Diphtherie impfen lässt, trägt dazu bei, die gesamte Bevölkerung gegen diese Erkrankung zu schützen. Ein Impfschutz gegen Diphtherie wird für alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfohlen.

Kinder sollten möglichst früh gegen Diphtherie geimpft werden. Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen die Impfung im zweiten Lebensmonat. Eine zweite Impfung erhalten die Kinder mit vollendetem drittem Lebensmonat. Die dritte Dosis folgt ab dem vollendeten vierten Lebensmonat und am Ende des ersten Lebensjahres (11.-14. Lebensmonat) wird die vierte Teilimpfung gegeben.

Mit fünf bis sechs Jahren erhalten die Kinder eine erste Auffrisch-Impfung. Im Alter von neun bis 17 Jahren erfolgt die zweite Auffrisch-Impfung. Im Erwachsenen-Alter sind Auffrisch-Impfungen alle zehn Jahre empfohlen.4

Die Diphtherie-Impfung ist Teil der 6-fach-Kombinations-Impfung, mit welcher Kinder mit einer Impfung gleichzeitig gegen sechs verschiedene Erkrankungen geschützt werden (DiphtherieTetanusKeuchhustenKinderlähmungHibHepatitis B).

Das empfohlene Impfschema

Vollständiger Impfschutz gegen Diphterie von Klein auf

* Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Epid. Bull., 34/2016.
G: Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1-G4)

1 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/diphtherie/impfung, abgerufen am 02.03.2017
2 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Diphtherie.html, abgerufen am 17.03.2016
3 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/diphtherie/was-ist-diphtherie, abgerufen am 17.03.2016
4 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/tetanus/#/jfmulticontent_c33129-2, abgerufen am 02.03.2017