Mumps Erreger (Mumpsvirus)

Die Mumps-Viren gehören zur gleichen Virenfamilie wie Masern-Viren. Sie sind allerdings weniger ansteckend. Die Viren von Mumps benötigen den Menschen als Wirt, um sich weiter zu verbreiten.1

Erkrankungen mit Mumps kommen weltweit vor und treten das ganze Jahr über auf. Vor Einführung der Impfung gegen Mumps konnte in den gemäßigten Klimazonen eine Häufung von Mumps-Fällen im Winter und Frühjahr beobachtet werden. Besonders betroffen waren Kinder zwischen fünf und neun Jahren,1 weshalb auch Mumps zu den klassischen Kinderkrankheiten zählt.

Heute treten in Deutschland noch immer Mumps-Erkrankungswellen auf, bei denen jedoch nur zwei Drittel der Infizierten Krankheitszeichen entwickeln. Ein Drittel der Infizierten zeigt keinerlei Symptome, kann die Mumps-Viren aber trotzdem auf andere Menschen übertragen.2

In der Regel vergehen vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung 16 bis 18 Tage. Auch 12 bis 25 Tage sind möglich.3

Zu Beginn der Erkrankung mit Mumps zeigen sich allgemeine Beschwerden wir Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit und Fieber. Zum charakteristischen und schmerzhaften Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen kommt es erst nach ein bis zwei Tagen. Bei 30 Prozent der Erkrankten schwillt nur eine Seite an, 70 Prozent der Patienten sind von einer beidseitigen Schwellung betroffen.3

Da sich die Ohrspeicheldrüse vor dem Ohr befindet, betrifft die Schwellung nicht nur den Kieferwinkel, sondern meist auch die ganze Wange. Durch den Druck auf den Gehörgang leiden Kinder meist unter Ohrenschmerzen sowie unter Schmerzen beim Kauen und Öffnen des Mundes.3

Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse klingt nach etwa sieben Tagen wieder ab. Das Fieber sinkt bereits nach drei bis vier Tagen.3

Gelegentlich sind auch die Speicheldrüsen im Unterkiefer und die benachbarten Lymphknoten von einer Schwellung betroffen. Etwa 10 % der Patienten zeigen ausschließlich dieses Symptom. Bei Kindern unter fünf Jahren ähnelt eine Mumps-Erkrankung eher einem grippalen Infekt.3

Grundsätzlich gilt: Je älter die Patienten, desto häufiger führt Mumps zu schweren Verlaufsformen.3

So leiden fast zehn Prozent der Erkrankten an einer Hirnhautentzündung in Folge einer Mumps-Infektion. Selten kann es auch zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einer Entzündung des Hörnervs mit bleibenden Hörschäden kommen.2

Bei älteren Jungen besteht die Gefahr einer besonders schmerzhaften Hoden- oder Nebenhodenentzündung. Etwa 25 Prozent der an Mumps-Erkrankten Jugendlichen sind hiervon betroffen.2

Da es gegen Mumps-Viren keine Medikamente gibt, können nur die Symptome (mit Schmerzmitteln oder fiebersenkenden Mitteln) gelindert werden.1

Die Ansteckung mit Mumps-Viren erfolgt über Tröpfchen-Infektion. Dabei werden die Viren von Mensch zu Mensch, z. B. durch Husten, Niesen, Sprechen oder Küssen, übertragen. Seltener ist eine Ansteckung über die gemeinsame Nutzung von Gegenständen (Trinkflasche, Spielzeug). Über die Atemwege gelangen die Viren in den Blutkreislauf des Infizierten und können so eine Mumps-Erkrankung auslösen.3

Allerdings ist die Ansteckungs-Rate von 60 Prozent bei Weitem nicht so hoch wie z.B. die von Masern (100 Prozent). Für ungeschützte Eltern oder Erwachsene, die aus beruflichen Gründen häufig Kontakt mit Kindern haben, liegt das Ansteckungsrisiko jedoch deutlich höher.3

Mumps-Patienten können drei bis sieben Tage vor bis maximal neun Tage nach Beginn der Ohrspeicheldrüsenschwellung andere Menschen anstecken. Zwei Tage vor bis vier Tage nach Erkrankungsbeginn ist die Ansteckungsfähigkeit am größten.3

Auch Infizierte, die selbst keine Symptome zeigen, können andere anstecken.3

Wer einmal eine Mumps-Erkrankung durchgemacht hat, verfügt über eine lebenslange Immunität.3

Wenn Schwangere Antikörper gegen Mumps-Viren in sich tragen (aufgrund einer Mumps-Erkrankung in der Kindheit oder einer Impfung) können sie diese Antikörper auf ihr Baby übertragen. Die Säuglinge verfügen dann für etwa ein halbes Jahr über einen sogenannten Nestschutz, der sie vor einer Mumps-Erkrankung schützt.3

Nach Abklingen des Nestschutzes ist eine Schutzimpfung die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Mumps.1

Seit dem Jahr 2001 empfehlen die Impfexperten der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Mumps-Impfung für alle Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten. Eine zweite Impfung wird im Alter von 15 bis 23 Monaten gegeben.1

Gerade bei Jugendlichen sollten Impflücken geschlossen werden. Für Sie ist deshalb eine Nachholimpfung bis zum Ende des 18. Lebensjahres vorgesehen.1

Das empfohlene Impfschema

Vollständiger Impfschutz gegen Mumps von Klein auf

* Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Epid. Bull., 34/2016.
G: Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1-G4)

Auch für Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und über einen unklaren Impfstatus verfügen, gilt eine Impfempfehlung gegen Mumps, wenn sie aus beruflichen Gründen gefährdet sind. Dies betrifft Berufe im Gesundheitsdienst, in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene.1

1 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Mumps.html, abgerufen am 17.03.2016
2 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/mumps/krankheitsbild/, abgerufen am 17.03.2016
3 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/mumps-parotitis-epidemica/symptome-krankheitsbild/, abgerufen am 03.03.2017