Masern Erreger (Masern-Viren)

Unter Masern versteht man eine hochansteckende Erkrankung, die durch das Masernvirus ausgelöst wird.1 Das Virus ist äußerst empfindlich gegenüber UV-Strahlung bzw. Licht, erhöhten Temperaturen, fettlösenden Substanzen oder Desinfektionsmitteln und kann sich nur im Menschen vermehren. Solange die Masern-Viren ausreichend ungeschützte Menschen zur Fortentwicklung finden, wird Masern auf der Welt weiter zirkulieren.2

Masern-Viren sind weltweit verbreitet und gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt.3

Gerade in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens sind Masern noch eine akute Bedrohung, da hier der Anteil tödlicher Verläufe besonders hoch ist. In diesen Regionen gehören Masern zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten.2

In Deutschland wurde vor etwa 40 Jahren die Masern-Impfung eingeführt. Daher sind Masern-Erkrankungen in der Bundesrepublik erheblich zurückgegangen. Gemäß Robert Koch-Institut (RKI) treten jährlich unter 2.000 Fälle auf. Mit dieser Zahl gehört Deutschland – zusammen mit Frankreich, Italien, Spanien, Rumänien und Großbritannien – dennoch zu den europäischen Ländern mit den meisten Masern-Erkrankungen. Für eine endgültige Ausrottung der Masern müsste die Durchimpfungsrate in Deutschland bei mindestens 95 Prozent liegen. Dieses Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Deutschland bisher jedoch nicht erreicht.1

Masern zählen noch immer zu den klassischen „Kinderkrankheiten“, da ungeschützte Personen wegen der hohen Ansteckungsrate meistens früh erkranken. Tatsache ist jedoch, dass zahlreiche Erkrankungsfälle mittlerweile bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftreten.1

Zwischen Ansteckung und Ausbruch einer Masern-Erkrankung vergehen etwa acht bis zehn Tage. Danach verläuft die Erkrankung in zwei Stadien, die von Fieberschüben begleitet werden.1

Vorstadium: Grippeähnliche Symptome wie trockener Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und mäßiges Fieber kennzeichnen das Vorstadium einer Masern-Erkrankung. Weitere Beschwerden können Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie Kopf- oder Bauchschmerzen sein. Eventuell kommt Lichtempfindlichkeit, verbunden mit einer Bindehautentzündung hinzu. Unter Umständen ist das Gesicht des Patienten aufgedunsen.1

Am zweiten oder dritten Tag des Vorstadiums treten an der Wangenschleimhaut weiße Beläge auf, die Kalkspritzern ähneln (Koplik-Flecken). Das Fieber steigt stark an. Die gesamte Mund- und Rachenschleimhaut ist gerötet.1

Tipp: Wenn Sie bei Ihrem Kind erste Symptome einer Masern-Erkrankung feststellen, suchen Sie einen Kinder- oder Jugendarzt auf. Masern sind aufgrund möglicher Komplikationen keine harmlose Kinderkrankheit.1

Das Vorstadium endet nach drei bis fünf Tagen, was an einem Rückgang des Fiebers zu erkennen ist.1

Im Hauptstadium zeigt sich der für Masern typische Hautausschlag. Er beginnt hinter den Ohren und breitet sich über das Gesicht und von dort über den ganzen Körper aus. Fachleute sprechen von einem Masern-Exanthem, bei dem sich 3 bis 6 mm große, zunächst hellrote Flecken auf der Haut zeigen. Sie fließen ineinander über. Nach einigen Tagen färben sich die Flecken dunkler (bräunlich/violett). Die Patienten leiden an einem erneuten hohen Fieberanstieg.1

Nach etwa vier bis sieben Tagen verblassen die Flecken des Ausschlages. Die Haut schuppt sich. Parallel dazu lassen auch alle anderen Beschwerden nach und das Fieber sinkt. Sobald der Ausschlag verschwunden ist, gilt ein Patient nicht mehr als infektiös. Weitere etwa zwei Wochen vergehen, bis sich der Patient ganz von der Masern-Erkrankung erholt hat.1

Etwa jeder fünfte bis zehnte Masern-Patient leidet an Komplikationen, die gerade bei Kindern unter fünf Jahren oder Erwachsenen über 20 Jahren auftreten. Ein Beispiel hierfür ist eine allgemeine Immunschwäche durch die Masern-Infektion, die Masern-Patienten für andere Infektionskrankheiten empfänglich macht. Dies können Mittelohrentzündungen, Bronchitis oder Lungenentzündungen sein.1

0,1 Prozent der Betroffenen erkranken in Folge einer Masern-Erkrankung lebensgefährlich. Dabei kommt es zu einer  Entzündung des Gehirns, verbunden mit der Schädigung von Nervenzellen (Masern-Enzephalitis). Sie beginnt mit Kopfschmerzen und hohem Fieber. Es kommt zu Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten sterben. Weitere 20 bis 30 Prozent leiden in Folge dieser Erkrankung an bleibenden Schäden des Zentralen Nervensystems.1

Bei sieben von 100.000 Erkrankungen kommt es etwa sechs bis acht Jahre nach meist sehr frühzeitig (erstes Lebensjahr) aufgetretener Masern-Infektion zu einer subakut sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE). Diese Zerstörung des Gehirns durch Masern-Viren endet immer tödlich und ist die gefürchtetste Masern-Komplikation.1

Masern-Viren werden sehr schnell von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet, dass ein Träger von Masern-Viren zahlreiche andere Menschen durch Husten, Niesen, Sprechen oder Küssen anstecken kann. Da Masern besonders infektiös sind, erkranken die meisten Personen nach Kontakt zu einem Masern-Patienten, wenn sie selbst noch keinen Schutz gegen Masern haben. Die Viren gelangen über die Atemwege oder die Augenbindehaut in den Blutkreislauf und lösen von dort die Masern-Erkrankung aus.3

Masern-Patienten sind schon etwa fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlags bis etwa vier Tage nach dessen Auftreten ansteckend. In der Luft können Masern-Viren etwa zwei Stunden überleben.1

Wer einmal eine Masern-Infektion durchgemacht hat, verfügt lebenslang über schützende Antikörper. Schwangere können diese Antikörper auf ihr Kind übertragen, sodass dieses mit einem sogenannten „Nestschutz“ gegen Masern geboren wird. Der Nestschutz schützt Säuglinge für etwa sechs Monate. Auch Antikörper, die aufgrund einer Impfung gebildet wurden, können von der Mutter auf ihr Baby übertragen werden.

Um Kinder nach Abklingen des Nestschutzes weiter gegen Masern zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Masern-Impfung ab dem 11. Lebensmonat. Kinder erhalten mit einer zweimaligen Impfung einen wirksamen Schutz gegen die Infektion.3

Da heute auch zahlreiche Jugendliche und Erwachsene von Masern betroffen sind, ist für alle, die nach 1970 geboren sind und in ihrer Kindheit gar nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurden, eine Masern-Impfung empfohlen.

In der Regel wird die Masern-Impfung zusammen mit der Impfung gegen Mumps und Röteln und ggf. Windpocken gegeben.3

1  www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/krankheit/show.php3?id=29&nodeid=60, abgerufen am 12.12.2015
2  www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html, abgerufen am 17.03.2016
3  www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/masern/, abgerufen am 03.03.2017