Pneumokokken Erreger (Streptococcus pneumoniae)

Pneumokokken sind Bakterien, bei denen man über 90 verschiedene Erreger-Typen unterscheiden kann. Jedoch lösen nur wenige dieser Erreger-Typen eine Erkrankung mit Pneumokokken aus.1 Mit Impfstoffen lassen sich zahlreiche Infektionen mit Pneumokokken verhindern. Sie immunisieren gegen einen Großteil der Erreger, die für viele und zum Teil schwerwiegende Pneumokokken-Erkrankungen verantwortlich sind.

Pneumokokken-Bakterien kommen weltweit vor. Viele Menschen tragen sie in ihrem Nasen-Rachen-Raum, ohne zu erkranken. Gerade Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen ab 60 Jahren oder Personen mit Immundefekten oder chronische Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane sind gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht oder nicht mehr ausreichend arbeitet.
Pneumokokken zählen zu den häufigsten Erregern, die schwer verlaufende Infektionen auslösen können.2 An den Folgen einer Pneumokokken-Infektion sterben jährlich bis zu 1,5 Millionen Betroffene weltweit, darunter bis zu mehr als eine Million Kinder unter fünf Jahren mit einer Lungenentzündung.

Auch in Deutschland sterben Menschen an Pneumokokken-Infektionen. Experten schätzen, dass zwischen 8.000 und 12.000 Todesfälle pro Jahr durch Pneumokokken ausgelöst werden.7 Betroffen sind hier vorwiegend ältere Personen oder Patienten mit bestehenden Vorerkrankungen.

Pneumokokken-Bakterien verursachen ganz unterschiedliche Erkrankungen, die bei jüngeren, gesunden Menschen in der Regel harmlos verlaufen. Anders bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen: Bei ihnen können Pneumokokken schwere bakterielle Infektionen wie Blutvergiftungen, Hirnhaut- oder Lungenentzündungen hervorrufen. Das Tückische: Die Krankheit ist zu Beginn nur schwer von einer starken Erkältung zu unterscheiden. In kurzer Zeit kann sich jedoch ein lebensbedrohlicher Krankheitszustand entwickeln. Zwei bis zehn Prozent der Erkrankten sterben an einer dieser sogenannten invasiven Pneumokokken-Erkrankungen. Bei etwa 15 Prozent entstehen bleibende Folgeschäden.3
Zu solch schwerwiegenden Erkrankungen gehört auch die eitrige Hirnhautentzündung. Gemeinsam mit den Meningokokken sind Pneumokokken die häufigsten Erreger einer solchen sogenannten eitrigen Meningitis.2

Nicht zu unterschätzen ist auch eine Lungenentzündung. Pneumokokken gehören zu den häufigsten Auslösern einer bakteriellen Lungenentzündung. Meist beginnt diese nach einem Infekt der oberen Atemwege. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie bei sich oder einem Familienangehörigen typische Krankheitssymptome wie hohes Fieber, Schüttelfrost oder Husten mit eitrigem Auswurf oder Ohrenschmerzen bemerken.

Pneumokokken-Bakterien gehören bei vielen Menschen zur natürlichen Besiedelung des Nasen- und Rachen-Raums. Die meisten Pneumokokken-Träger zeigen jedoch keine Symptome. Zu einer Erkrankung kommt es erst, wenn sich die Keime in der Schleimhaut unkontrolliert vermehren. Dies kann bei Babys und Kleinkindern passieren, wenn das Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Dies kann dann der Fall sein, wenn das Immunsystem nicht voll leistungsfähig ist, wie bei älteren Menschen oder bei Patienten mit chronischen Erkrankungen.


Die Erreger können außerdem über Tröpfchen in der Luft von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Dies geschieht etwa beim Husten oder Niesen, aber auch beim normalen Sprechen oder Atmen. 
Atemwegsinfekte begünstigen Pneumokokken-Erkrankungen. Daher ist das Risiko der Ansteckung in der kalten Jahreszeit besonders hoch.


Tipp für Omas und Opas: Sowohl Babys und Kleinkinder als auch ältere Menschen sind besonders gefährdet, an einer Pneumokokken-Infektion zu erkranken. Daher sollten beide Generationen geimpft sein, um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden.

Bildunterschrift: Gelangen Pneumokokken-Erreger in den Körper, kann es zu einer Mittelohrentzündung, aber auch zu einer Hirnhaut- oder Lungenentzündung kommen.

Eine Pneumokokken-Infektion kann durch den Einsatz von Antibiotika behandelt werden. Allerdings ist der Trend zu Antibiotika-Resistenzen in vielen Ländern in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das bedeutet, dass die Medikamente im Erkrankungsfall nicht mehr ausreichend oder gar nicht wirken – mit teilweise dramatischen Folgen für die großen und kleinen Patienten.1 Da Pneumokokken-Bakterien nicht ausgerottet werden können, ist ein vorbeugender Impfschutz besonders wichtig.

Pneumokokken-Impfung für Erwachsene und Senioren

Ab 60 Jahren steigt das Risiko, an Pneumokokken zu erkranken.3,4
 Daher sollten ältere Menschen ab 60 Jahren schweren Pneumokokken-Erkrankungen gezielt mit einer Pneumokokken-Impfung vorbeugen. Diese verhindert, dass die Erreger in die Blutbahn gelangen und zu Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung führen.1

Da Menschen mit chronischen Erkrankungen anfälliger für Pneumokokken-Infektionen sein können, sollten sich auch jüngere Betroffene von ihrem behandelnden Arzt beraten lassen, ob eine Pneumokokken-Impfung für sie ratsam ist.5 Zu den Risikogruppen gehören beispielsweise Menschen mit Diabetes, Asthma oder COPD.

Eine vorliegende Grunderkrankung, wie beispielsweise HIV, Krebs oder Rheuma, schwächt das Immunsystem. Daneben trägt auch die Behandlung mittels Chemo- und/oder Strahlentherapie oder die Einnahme immununterdrückender Medikamente, wie beispielsweise bei Schuppenflechte oder Morbus Crohn, zu einer Immunschwäche bei.1 Das Risiko, an einer Infektion zu erkranken, steigt dadurch und ist zum Beispiel bei Pneumokokken-Bakterien im Vergleich zu Personen ohne Immunschwäche um das 3,9-fache erhöht.8 Menschen mit Immundefekt bzw. Immunsuppression sollten daher ebenfalls mit einer Pneumokokken-Impfung einer schweren Pneumokokken-Erkrankung vorbeugen.6 

Pneumokokken-Impfung für Babys und Kleinkinder

Mehr über die Pneumokokken-Impfung für Babys und Jugendliche finden Sie hier auf www.wirfuersimpfen.de.

1 World Health Organization. Pneumococcal conjugate vaccine for childhood immunization-WHO position paper. Weekly Epidemiological Record, 2007, 82, 93-104.
2 Robert Koch-Institut, Epid. Bull. 31/2006.
3 Rückinger S, von Kries R, Siedler A, van der Linden M. Association of serotype of Streptococcus pneumoniae with risk of severe and fatal outcome. Pediatr Infect Dis J 2009; 28: 118–122.
4 Centers for Disease Control and Prevention. 2010. Active Bacterial Core Surveillance Report, Emerging Infections Program Network, Streptococcus pneumoniae, 2009.
5 Centers for Disease Control and Prevention. Epidemiology and Prevention of Vaccine  Preventable Diseases. The Pink Book. 11th Edition. May 2009.
6 Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2016.
7 http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/pneumokokken-infektion/krankheitsbild.html
8 Pelton, S. I. et al. BMC Infect. Dis. 15, 470 (2015).