Japanische Enzephalitis Erreger (Japan B-Encephalitis-Virus)

Japanische Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die durch Viren ausgelöst wird.1 Die Viren der Japanische Enzephalitis gehören zur gleichen Gruppe wie die Auslöser für Gelbfieber oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (Flaviviren).

„Japanische Enzephalitis“ kommt – anders als der Name vermuten lässt – nicht nur in Japan, sondern in zahlreichen Ländern Asiens vor. Die Risikogebiete für diese Erkrankung reichen von Ostasien (Ostsibirien, Korea, Japan, Guam, China, Taiwan) über Südostasien (Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, Brunei, Philippinen und Indonesien) bis nach Südasien (Bangladesch, Nepal, Indien, Pakistan), und über Papua Neuguinea bis an die Nordspitze Australiens. In der Regel tritt die Erkrankung in ländlichen Reisanbau-Gebieten bzw. in Randgebieten von Großstädten auf.1

Gerade in Japan werden nur noch wenige Fälle von Japanischer Enzephalitis beobachtet. Da die Erkrankung von Tiere auf Menschen übertragen wird und in Japan Haustiere systematisch geimpft werden, ist der Übertragungsweg hier unterbrochen. Heute sind hauptsächlich Länder wie China, Indien, Sri Lanka, Myanmar (Burma), Nepal, Vietnam, die Philippinen und das nördliche Thailand von Japanischer Enzephalitis betroffen.2

Weltweit werden jedes Jahr 35.000 bis 50.000 Erkrankungsfälle gemeldet und mehr als 10.000 Tote registriert.2

Mehr als 90 Prozent der Infektionen mit Japanischer Enzephalitis verlaufen ohne Anzeichen einer Erkrankung.3 Bei schweren Verläufen kommt es fünf bis 15 Tage nach der Infektion zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild (Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen).2

Gerade bei Kindern tritt nach der Infektion häufiger eine Hirnhautentzündung mit Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Bewusstseinstrübung auf.3 Die Erkrankung kann in ca. 20 Prozent der Fälle tödlich enden. Bei etwa 50 Prozent der Erkrankten bleiben dauerhafte Hirnschäden zurück.2

Da Japanische Enzephalitis durch Viren ausgelöst wird, gibt es keine spezifische Therapie.3

Die Viren der Japanischen Enzephalitis werden überwiegend von nachtaktiven Mücken übertragen. Besonders häufig stecken sich Menschen in Reisanbaugebieten an, vorzugsweise zum Ende der Regenzeit.1,2

Die Übertragung erfolgt von Tieren auf den Menschen. Die Viren kommen bei wildlebenden Vögeln, Reptilien und Fledermäusen vor. Haustiere (Schweine/Pferde) dienen als Zwischenwirt. Durch Mücken werden die Erreger dann auf den Menschen übertragen.2

Bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten für Japanische Enzephalitis ist eine Impfung empfehlenswert. In Deutschland ist nur ein Impfstoff gegen diese Erkrankung zugelassen.1

Der Impfstoff kann für Kinder ab dem zweiten Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene eingesetzt werden.1

Wenn Sie als Tourist in Risikogebiete für Japanische Enzephalitis reisen, nutzen Sie Repellents, Insektennetze und langärmelige Kleidung, um sich vor Mückenstichen zu schützen.2

1 Auswärtiges Amt, Infos des Gesundheitsdienst, Japanische Enzephalitis, 22.12.2014
2 www.flexikon.doccheck.com/de/Japanische_Enzephalitis, abgerufen am 17.03.2016
3 www.tropeninstitut.de/impfung/jap_enzephal.php, abgerufen am 17.03.2016