Typhus Erreger (Salmonella typhi)

Typhus ist eine bakterielle Darmerkrankung, die durch einen Erreger mit dem Namen „Salmonella enterica Serotyp typhi" bzw. „paratyphi A, B und C" ausgelöst wird. Erkrankungen mit Typhus kommen nur beim Menschen vor.1

Typhus-Erreger sind weltweit verbreitet. Jedes Jahr treten etwa 22 Millionen Erkrankungen und geschätzte 200.000 Todesfälle auf. Der verwandte Erreger „Paratyphus“ stellt ein weiteres Infektionsrisiko dar. Gerade in Ländern mit niedrigem Hygienestandard, wie Afrika, Südamerika oder Südostasien, werden hohe Erkrankungszahlen und wiederholte Ausbrüche von Typhusepidemien beobachtet.1

Durch die erhebliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen in Deutschland konnten hier seit 1951 Erkrankungen mit Typhus stark vermindert werden.1 Die Mehrzahl der in Deutschland auftretenden Typhus-Fälle sind durch Reisende eingeschleppt.

Der Infektionsweg von Typhus-Bakterien wird von Fachleuten als „fäkal-oral“ bezeichnet. Das bedeutet, dass kleinste Verunreinigungen mit kontaminiertem Stuhl von frisch erkrankten Personen oder sogenannten Dauerausscheidern in die Umwelt gelangen. Dort verunreinigen sie Wasser oder Lebensmittel und erreichen so den Körper ungeschützter Personen.2 Typhus-Erkrankungen sind demnach vor allem ein Hygieneproblem.

Ab ungefähr einer Woche nach Erkrankungsbeginn besteht Ansteckungsgefahr durch Keimausscheidungen im Stuhl. Diese Ausscheidungen können noch Wochen nach Abklingen der Erkrankung anhalten. 2-5 Prozent der Patienten werden zu lebenslangen, symptomlosen Dauerausscheidern.1

Die Erkrankung kommt nur bei Menschen vor. Gerade infizierte Personen, die keine sichtbaren Symptome zeigen, oder Dauerausscheider, spielen bei der Verbreitung der Bakterien eine wichtige Rolle.

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen. Der Krankheitsbeginn kann jedoch auch zwischen drei und 60 Tagen liegen.1

Typhuspatienten leiden klassischerweise unter hohem Fieber (um 40 °C). Damit einher gehen Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Gelegentlich zeigen sich typische Ausschläge auf der Haut (hellrote, stecknadelkopfgroße Flecken). In inneren Organen bilden sich eitrige Abszesse.2 Die hohen Fiebertemperaturen um 40 °C können bis zu drei Wochen anhalten.1

Zunächst tritt eine Verstopfung auf. Später kommt es häufig zu „erbsbreiartigen“ Durchfällen.1

Paratyphus-Erkrankungen haben einen ähnlichen Verlauf, allerdings sind die Symptome nicht so stark ausgeprägt wie bei Typhus-Erkrankungen. Auch treten eher Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber auf. Die Krankheit ist nach vier bis zehn Tagen überstanden.1

Immunität gegen eine erneute Ansteckung besteht nach einer überstandenen Typhus-Erkrankung nur für etwa ein Jahr. Bei hohem Infektionsdruck kann dieser Schutz auch früher durchbrochen werden.1

Für Reisende in Typhus-Risikogebiete ist eine Impfung empfehlenswert. In Deutschland stehen zum Schutz gegen Typhus ein Schluckimpfstoff und Injektionsimpfstoffe zur Verfügung, die ab einem Lebensalter von zwei Jahren gegeben werden dürfen.3 Die Schutzrate liegt für beide Impfstoffe bei maximal 70 Prozent. Eine Auffrisch-Impfung ist bei Bedarf und je nach Impfstoff nach ein bzw. zwei bis drei Jahren nötig.1,2


Weitere Maßnahmen zum Schutz gegen Typhus und Paratyphus

1 Auswärtiges Amt, Infos des Gesundheitsdienst, Typhus, 31.10.2012
3 www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/typhus/typhus-node.html, abgerufen am 17.03.2016