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Neue Impfempfehlungen von der STIKO

Die STIKO hat ihre aktuellen Impfempfehlungen veröffentlicht: Bereits seit Dezember 2018 gilt die Herpes Zoster-Impfung als neue Standardimpfung. Nun wird diese auch im Impfkalender aufgeführt. Der Impfkalender erhält außerdem in diesem Jahr eine neue Struktur. Erfahren Sie hier mehr über die STIKO-Impfempfehlungen.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO

Einmal im Jahr aktualisiert die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) ihre Impfempfehlungen. Im August war es wieder so weit: Die STIKO veröffentlichte die neuen Empfehlungen für 2019 und 2020. Doch was beinhalten diese Empfehlungen eigentlich? Einfach gesagt, benennt und erläutert die STIKO darin sämtliche Impfungen, die zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionserkrankungen empfohlen werden. Dazu zählen Standardimpfungen für alle Kinder und Erwachsene sowie Indikations- oder Reiseimpfungen. Bei jeder einzelnen Impfung wird sehr genau beschrieben, für welchen Personenkreis sie empfohlen wird – zum Beispiel für Kinder, für Erwachsene oder für eine bestimmte Risikogruppe – und aus welchem Grund und zu welchem Zeitpunkt die Impfung erfolgen soll. Ärzte und Ärztinnen, medizinisches Personal und andere Fachkreise erhalten damit auf Basis neuester Erkenntnisse über Infektionskrankheiten und Impfstoffe einmal im Jahr eine aktuelle Übersicht aller empfohlenen Impfungen sowie konkrete Handlungsempfehlungen.

Neue Empfehlungen – neuer Impfkalender

In diesem Jahr rückt die STIKO vor allem zwei Änderungen in den Fokus: Die Standardimpfung gegen Herpes Zoster – auch als Gürtelrose bezeichnet – und die Neustrukturierung des Impfkalenders. Darüber hinaus erfolgten in diesem Jahr eine Aktualisierung der FSME-Risikogebiete sowie ergänzende Empfehlungen zu Impfmaßnahmen nach einem möglichen Kontakt mit Tollwuterregern.1

Standardimpfung: Impfung gegen Herpes Zoster

Bereits im Dezember 2018 hat die STIKO neue Empfehlungen für die Impfung gegen Herpes Zoster begründet und veröffentlicht. Die Herpes Zoster-Impfung wird seither als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren empfohlen. Für Personen ab 50 Jahren, die infolge bestimmter Grunderkrankungen oder einer Immunschwäche ein erhöhtes Risiko haben, an einer Gürtelrose zu erkranken, ist die Impfung gegen Herpes Zoster als Indikationsimpfung angezeigt.1
Mit der aktuellen Veröffentlichung im August 2019 ist diese Empfehlung nun erstmals in die Gesamtübersicht der STIKO-Empfehlungen aufgenommen worden.

Impfkalender mit neuer Struktur

Der Impfkalender ist Teil der jährlichen Impfempfehlungen der STIKO. Er zeigt in einer übersichtlichen Tabelle alle Standardimpfungen sowie den empfohlenen Zeitpunkt für jede Impfung, das heißt, welche Altersgruppe die jeweilige Impfung erhalten soll.
Neu ist seit August die Reihenfolge der hier aufgeführten Impfungen. Diese entspricht nun aufsteigend dem empfohlenen Alter der Impflinge: Die Tabelle beginnt mit der Impfung gegen Rotaviren, die bereits im Alter von sechs Wochen erfolgen soll. Am Ende der Tabelle finden sich die Impfungen, die für ältere Personen angezeigt sind. Das sind die neu aufgeführte Impfung gegen Herpes Zoster sowie die Impfung gegen Grippe (Influenza).1

Impfmaßnahmen gegen ein akutes Tollwutrisiko

In Deutschland ist die Infektionsgefahr bei Tollwut sehr gering. Die Impfung zum vorsorglichen Schutz gegen Tollwut empfiehlt die STIKO daher lediglich einem sehr speziellen Personenkreis. Dazu zählen zum Beispiel Berufsgruppen wie Tierärzte oder Forstpersonal, die Umgang mit Tieren in Gebieten mit neu aufgetretener Wildtiertollwut haben. Hinzu kommen Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung. Für Personen, die möglicherweise mit Tollwuterregern in Kontakt gekommen sind, formuliert die STIKO ebenfalls Impfempfehlungen: die sogenannte postexpositionelle Tollwut-Immunprophylaxe.
Diese bereits bestehenden Empfehlungen wurden in diesem Jahr weiter differenziert. Unterschieden werden neuerdings die Impfmaßnahmen für nicht oder nur unvollständig geimpfte Personen gegenüber jenen Maßnahmen für Personen mit einer bestehenden Grundimmunisierung gegen Tollwut.1 Weitere Informationen über Tollwut und Schutzmaßnahmen gegen Tollwut erhalten Sie im RKI-Ratgeber zum Thema Tollwut.

FSME-Risikogebiete

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Viren können bei einem Zeckenstich übertragen werden und eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems auslösen. Ein FSME-Risikogebiet definiert sich durch eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen in einem Stadt- oder Landkreis innerhalb von fünf Jahren. Menschen, die in diesen Risikogebieten leben oder dorthin reisen und dabei Zecken ausgesetzt sein können, empfiehlt die STIKO das Impfen gegen FMSE. Gleiches gilt für Personen mit berufsbedingtem Expositionsrisiko. Diese Empfehlungen sind nicht neu. Neu sind hingegen die folgenden FSME-Risikogebiete, die bereits im Februar 2018 vom RKI ergänzt wurden:2

  • Bayern: Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Landkreis Landsberg am Lech, Stadtkreis Kaufbeuren
  • Niedersachsen: Landkreis Emsland
  • Sachsen: Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Eine Übersicht sämtlicher FSME-Risikogebiete finden Sie hier.

 

Quellen

1 Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin vom 22. August 2019 / Nr. 34 (letzter Zugriff: 30.08.2019)
2 Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin vom 14. Februar 2019 / Nr. 07 (letzter Zugriff: 30.08.2019)