FIT FÜR DIE IMPFBERATUNG! 6 TIPPS FÜR DEN PRAXISALLTAG

Die Telefone klingeln. Besorgte Eltern wollen beruhigt, weinende Kinder getröstet werden. Dazu kommen noch die vielen anderen Aufgaben, die täglich in einer Kinderarztpraxis erledigt werden müssen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie die Ruhe bewahren und Eltern und Kinder beim Thema Impfen trotzdem gut betreuen.

1.) STRESSPEGEL NIEDRIG HALTEN

Hektik kommt im Praxisalltag schnell auf. Kein Wunder: Vieles muss gleichzeitig erledigt werden, dazu kommunizieren Sie jeden Tag mit den unterschiedlichsten Patienten, die auch mal fordernd und ungeduldig reagieren. Lassen Sie sich nicht vom Stress und den Stimmungen anderer anstecken! Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und tief durchzuatmen. Nehmen Sie sich dazu bewusst ein paar Minuten im Pausenraum oder in einem anderen freien Zimmer Zeit.

Impfberatungstipps: Stresspegel niedrig halten

2.) EIN GUTES GEFÜHL VERMITTELN

Der erste Eindruck zählt! Geben Sie allen Eltern sofort das Gefühl, bei Ihnen in der Praxis mit ihrem Kind gut aufgehoben zu sein. Bleiben Sie freundlich und klar, fragen Sie konzentriert nach und nehmen Sie jedes Anliegen ernst. Sie haben gerade keine Zeit? Nehmen Sie trotzdem freundlich Blickkontakt auf und signalisieren Sie, dass Sie den Patienten bemerkt haben – auch wenn Sie gerade anderweitig beschäftigt sind.

3.) ANS IMPFEN APPELIEREN

Immer wieder vergessen Eltern im hektischen Alltag ihre Impftermine oder sind nicht ausreichend informiert. Nutzen Sie Telefonate für einen indirekten Impfapell, zum Beispiel mit der Frage: „Kennen Sie den aktuellen Impfstatus Ihres Kindes?“ Bieten Sie unaufgefordert Beratung an. Fragen Sie bei der Anmeldung aktiv nach dem Impfausweis, weisen Sie auf fehlende Impfungen hin und vergeben Sie neue Impftermine.

4.) ÄNGSTEN ENTGEGENWIRKEN

Beim Thema Impfen sind viele Eltern verunsichert. Manche machen sich Sorgen um mögliche Auswirkungen, andere sind gar hartnäckige Impfgegner. Aufklärung und stichhaltige Fakten sind das beste Mittel gegen Ängste und für eine Impfakzeptanz. Informieren Sie die Eltern ausreichend über alle Möglichkeiten, halten Sie Argumente bereit und verteilen Sie Impfbroschüren.

Impfberatungstipps: Angsten entgegenwirken

5.) KINDER TRÖSTEN

Kinder empfinden den Besuch beim Kinderarzt oft als unangenehm. Kommt dazu noch eine Spritze ins Spiel, kann das Ganze in „Impfstress“ ausarten. Eltern freuen sich über ein paar Tipps, wie sie dem Nachwuchs den kleinen Piks erleichtern können.

Säuglinge: Bei Babys helfen Milch und Körperkontakt. Empfehlen Sie der Mutter, das Kind während des Impfens auf dem Arm zu halten. Zusätzlich beruhigend wirkt es, den Säugling vor oder während des Impfens zu stillen oder das Fläschchen zu geben.

Klein- und Vorschulkinder: Die Impfung wird am besten auf dem Schoß der Eltern und im Sitzen durchgeführt. Reiben der Haut nahe der Einstichstelle oder auf ein Gummibärchen beißen lassen, lenken während des Impfens ab.

Schulkinder: Größeren Kindern nehmen Sie die Angst, indem Sie erklären, dass die Impfung nicht so schlimm ist, wie die eigentliche Krankheit. Fragen Sie nach Hobbys, Lieblingssendungen oder Ferienerlebnissen und lenken Sie so die Konzentration auf angenehme Erlebnisse.