Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.

Die HPV-Impfung auch für Jungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im Sommer 2018 entschieden, ihre Impfempfehlung für die HPV-Impfung auf Jungen auszuweiten. Bisher galt die Impfung gegen die Humanen Papillomviren primär als Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs. Doch eine Ausweitung der Impfung auf Jungen ist sinnvoll, denn von bestimmten Krebsarten oder -vorstufen, die durch Humane Papillomviren verursacht werden, können sie Überträger und auch selbst betroffen sein.

Vor der Pubertät an die HPV-Impfung denken

Eltern kennen das, die Kinder werden älter und fangen an, auf eigenen Beinen zu stehen. Diese ersten Schritte ins Erwachsenenalter sind in vielen Fällen nicht nur mit Freude und Stolz verbunden, denn die Pubertät steht kurz bevor. Jetzt wird es Zeit für Eltern, sich darauf vorzubereiten: auf Nervenkriege, Stimmungsschwankungen und das Ausreizen von Grenzen.

Auch das Thema Sexualität wird für die Heranwachsenden immer wichtiger. Daher, liebe Eltern, nicht nur an die Aufklärung, sondern auch an die HPV-Impfung denken! Die wird seit Sommer 2018 als Standardimpfung beiden Geschlechtern empfohlen.

Die STIKO-Impfempfehlung zu HPV

Im Juni 2018 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlung für die HPV-Impfung auf Jungen ausgeweitet.1 Ab sofort gilt: Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren sollten die HPV-Impfung erhalten. Deutschland ist damit eines der ersten europäischen Länder, welches diese Empfehlung eingeführt hat. Im September 2018 folgte der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, (GBA), dass die Krankenkassen auch die Impfkosten für Jungen übernehmen müssen.2

Warum die HPV-Impfung auch bei Jungen sinnvoll ist

Überraschend kommt die erweiterte Impfempfehlung nicht, von Experten wird dies schon länger gefordert. Die Hintergründe sind einfach: Nicht nur verschiedene Arten von Gebärmutterhalskrebs werden verhindert. Die Impfung schützt auch vor weiteren Krebsarten, z. B. an Mund und After, an denen auch Jungen und Männer erkranken können. Gleiches gilt auch für andere genitale Erkrankungen wie Feigwarzen, die durch die Impfung verhindert werden können.3 Studien beweisen das, wie das Epidemiologische Bulletin des Robert Koch-Instituts (RKI) verdeutlicht:3 Gleiche Studien werden auch vom Medical Tribune in ihrem Artikel zur HPV-Impfung für Jungen erwähnt.
Zudem spielen Männer als Überträger der Infektion eine große Rolle. Da sie statistisch gesehen mehr Sexualpartner als Frauen haben, können sie für die Ausbreitung der Erreger sorgen. Werden sie geimpft, verringern sich die Erkrankungszahlen.4

Wann soll gegen HPV geimpft werden?

Empfohlen ist, dass die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt, da die Ausbreitung dann am stärksten verhindert werden kann und die Impfung am effektivsten ist, wenn die zu impfende Person noch nicht mit HPV infiziert ist. Da die HPV-Impfung nun für beide Geschlechter von der STIKO empfohlen ist, übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten dafür.5 Der Kinder- und Jugendarzt/die Kinder- und Jugendärztin kann hier weitere Fragen klären. Informationen rund um das Impfschema der HPV-Impfung gibt es hier.

 

Quellen:
1 Robert Koch-Institut, HPV-Impfempfehlung für Jungen veröffentlicht (letzter Zugriff am: 15.01.2019)
2 ÄrzteZeitung, HPV-Impfung für Jungen wird Kassenleistung (letzter Zugriff am: 15.01.2019)

3 Robert Koch-Institut, Epidemiologische Bulletin 26/18 (letzter Zugriff am: 21.01.2019)
4 Robert Koch-Institut, Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Erreger und Impfung (letzter Zugriff am: 21.01.2019)
5 ÄrzteZeitung, HPV-Impfung für Jungen wird Kassenleistung (letzter Zugriff am: 15.01.2019)