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Windpocken – Impfen gegen die Kinderkrankheit

Die Windpocken-Impfung (Varizellen) ist für alle Säuglinge und Kleinkinder im Alter von 11 bis 24 Monaten als Teil der Grundimmunisierung empfohlen. Wenn du selbst Windpocken hattest oder geimpft wurdest, kommt dein Neugeborenes mit einem Nestschutz gegen den Virus auf die Welt. Da dieser im Laufe der ersten Lebensmonate aber nachlässt, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut die Impfung gegen Windpocken für dein Baby ab dem Alter von 11 Monaten.

Impfschema bei der Windpocken-Impfung (1)

Die Impfung erfolgt in zwei Teilimpfungen mit abgeschwächten Erregern (Lebendimpfstoff). Die erste Impfung ist im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfdosis folgt im Abstand von mindestens vier Wochen nach der ersten Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten.1

Die Erst-Impfung kann entweder gleichzeitig mit der Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) – dabei an jeweils verschiedenen Körperstellen – oder frühestens vier Wochen danach als Einzel-Impfstoff verabreicht werden. Für den zweiten Impftermin empfiehlt die STIKO den Kombinationsimpfstoff MMRV, in dem neben dem Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln auch der Varizellen-Impfstoff enthalten ist. Auffrischungsimpfungen gegen Windpocken sind dann nicht mehr notwendig.

Impfschema bei der Windpocken-Impfung
Impfschema bei der Windpocken-Impfung

Impfschema für Erwachsene

Für Erwachsene wird die Impfung gegen Varizellen nicht als Standardimpfung empfohlen. Eine Impfung kann aber in bestimmten Fällen Sinn machen. Sprich dazu am besten mit deinem Arzt. Wer als Erwachsener einen Schutz gegen Windpocken aufbauen möchte, sollte ebenfalls zweimal geimpft werden.2

Gibt es Nebenwirkungen bei der Windpocken-Impfung?

Das Immunsystem setzt sich nach der Impfung erst einmal mit dem verabreichten Lebendimpfstoff auseinander, um Antikörper dagegen zu bilden. Deshalb ist es möglich, dass es zu einer leichten Impfreaktionen kommt. Häufig treten z.B. Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle auf. Auch Fieber oder Kopfschmerzen sind mögliche Reaktionen. Mitunter kann es auch zu einer leichten "Impfkrankheit" kommen, die den Windpocken ähnlich sieht, aber keinen vollen Krankheitsverlauf mit sich bringt.

Da eine Übertragung der Impfviren nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, sollten ungeschützte Personen den Kontakt zum Impfling beim Auftreten der Impfkrankheit lieber vermeiden. Eine Ansteckung durch Varizellen-Impfviren wurde jedoch nur in seltenen Einzelfällen beobachtet. Alle diese Reaktionen sind jedoch in der Regel nur vorübergehend und klingen nach wenigen Tagen ab.

Windpocken – Was ist das eigentlich?

Stark juckender Hautausschlag mit Bläschenbildung am ganzen Körper, dazu Fieber und Abgeschlagenheit – die hochansteckende Kinderkrankheit Windpocken (Varizellen) ist den meisten Eltern ein Begriff. Womöglich auch aus ihrer eigenen Erinnerung. Denn bis zu 90 Prozent aller Erwachsenen haben die Infektionskrankheit in ihrer Kindheit ausgestanden und tragen Antikörper gegen das Varizella-Zoster-Virus in sich.3

Der Körper entwickelt daraufhin zwar eine Immunität gegen Windpocken, das Virus bleibt dabei aber lebenslang im Körper und kann sich bei einer Schwächung des Immunsystems wieder vermehren. Das kann einen schmerzhaften Ausschlag und Nervenentzündungen im betroffenen Bereich, eine sogenannte Gürtelrose, hervorrufen. Die Windpocken-Impfung schützt dein Kind also nicht nur vor der unangenehmen Kinderkrankheit, sondern auch vor einem späteren Ausbruch der Gürtelrose.

Wie hoch ist das Risiko der Ansteckung?

Der Name „Windpocken“ kommt nicht von ungefähr, quasi „mit dem Wind“ verbreitet sich das Virus einige Meter weit über die Luft. Schon ein kurzer Aufenthalt im selben Zimmer mit einer erkrankten Person führt daher ohne Schutz sehr wahrscheinlich zu einer Ansteckung.2 Man spricht hier von der sogenannten Tröpfcheninfektion. Denn beim Niesen, Husten oder Sprechen werden die Erreger von infizierten Menschen bereits vor den ersten Krankheitsanzeichen übertragen. Von der Ansteckung bis zum Auftreten der Erkrankung können dabei ein bis drei Wochen vergehen.1

Krankheitsbild von Windpocken

Eine Windpockeninfektion führt häufig zu Abgeschlagenheit und Fieber, bevor sich der typische Hautausschlag zeigt. Dieser Ausschlag bildet meist Bläschen und verursacht einen starken Juckreiz. Erst im Gesicht, dann an Bauch und Rücken, breitet sich der Ausschlag unter Umständen bis auf die Schleimhäute im Mund, Genitalien und die Kopfhaut aus. Bei kleinen Kindern verläuft die Krankheit meist unkompliziert und ist nach ein bis zwei Wochen überstanden. Eltern sollten jedoch darauf achten, dass die Kleinen die Bläschen nicht aufkratzen, da dies zu einer bakteriellen Infektion und zu Narbenbildung führen kann. Noch weitere fünf bis sieben Tage nach Abklingen des Ausschlags kann ein Kind ansteckend sein und darf deshalb möglicherweise nicht wieder gleich zurück in den Kindergarten oder in die Schule.

Windpocken, werden durch den Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Deshalb werden Windpocken auch Varizellen genannt.

Wichtiger Hinweis
Warum Windpocken für Erwachsene gefährlich sein können

Ohne Immunschutz kann man auch im Jugendalter und als Erwachsener an Windpocken erkranken. Häufig verläuft eine Infektion mit Varizellen dann erheblich schwerer als bei Kindern. Im Vergleich kommt es öfter zu Komplikationen wie z.B. einer Lungen- oder Hirnhautentzündung oder anderen Erkrankungen des Nervensystems.

Besonders gefährlich ist der Virus für ungeborene Kinder: Infektionen im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel können zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Schlimmstenfalls kann das ungeborene Baby ein Varizellensyndrom bekommen, das die Entwicklung des Gehirns, der Nerven, Augen und/oder des Skeletts schädigt. Eine Infektion um den Geburtstermin herum kann für das Neugeborene lebensbedrohlich sein.

Was ist eine Gürtelrose?

Auch wenn die Windpocken überstanden sind, bleiben die Varizella-Zoster-Viren ein Leben lang in bestimmten Bereichen des Körpers zurück, zum Beispiel in den Nervenwurzeln des Rückenmarks oder der Hirnnerven. Ausgelöst durch Stress oder einem geschwächten Immunsystem, können sich die Viren auch nach Jahrzehnten plötzlich wieder vermehren und das Nervengewebe entzünden. Rundherum bildet sich dann ein ringförmiger, schmerzhafter Hautausschlag, der Gürtelrose (Herpes Zoster) genannt wird. In seltenen Fällen können die Nervenschmerzen auch chronisch werden.

Quellen:

1 Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 34/2018 (letzter Zugriff am: 06.02.2019)
2 BZgA, Windpocken-Impfung bei Kindern (letzter Zugriff am: 06.02.2019)

3 BVKJ, Was sind Windpocken (Varizellen)? (letzter Zugriff am: 06.02.2019)