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Pneumokokken Impfung bei Babys und Kindern

Pneumokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachen-Raum besiedeln und vor allem bei Babys und Kleinkindern Infektionen auslösen können. Neben schmerzhaften Mittelohrentzündungen können Pneumokokken auch zu Lungenentzündungen und sogar zu schwerwiegenden Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen führen.

Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut Babys gegen Pneumokokken zu impfen. Die Standardimpfung erfolgt für Babys im ersten Lebensjahr mit drei Impfdosen ab dem Alter von zwei Monaten. Frühgeborene bekommen mit vier Impfdosen einen extra Impfschutz.

Wie viele Impfungen müssen durchgeführt werden und wann muss ich mein Kind impfen?

Die Pneumokokken-Impfung wird von der STIKO im Säuglingsalter empfohlen. Hierbei sind mehrere Impfdosen notwendig. Nur so wird das Immunsystem durch den Impfstoff ausreichend angeregt, um gegen Erkrankungen durch Pneumokokken immunisieren zu können. Babys erhalten die Grundimmunisierung mit drei Impfdosen im Alter von 2, 4 und 11 – 14 Monaten. Wichtig ist, dass keine Impfdosis vergessen wird. Denn nur mit allen drei Impfdosen ist der Impfschutz vollständig und kann langfristig bestehen bleiben.1 Die Pneumokokken-Impfung kann zeitgleich – in das jeweils andere Beinchen – mit der 6-fach Impfung erfolgen. Damit spart ihr euch einen zusätzlichen Arzttermin. Du kannst die Impftermine auch gut mit den U-Untersuchungen verbinden.

Impfschema bei der Pneumokokken-Impfung
Impfschema bei der Pneumokokken-Impfung

Besonderer Impfschutz für Frühgeborene

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Frühchen – also Neugeborenen, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden – geboten. Hier gilt ein anderes Impfschema: Frühgeborene sollen insgesamt viermal gegen Pneumokokken geimpft werden. Sie erhalten im Alter von 3 Monaten eine zusätzliche Impfdosis gegen Pneumokokken. Die vier Impfdosen sollten im Alter von 2, 3, 4 und 11 – 14 Monaten erfolgen.1
Gründe für die zusätzliche Impfdosis sind unter anderem das noch nicht vollständig ausgereifte Immunsystem sowie die höhere Infektionsanfälligkeit bei Frühgeborenen. Die Early-Bird-Karte gibt eine Übersicht, welche Prophylaxen und Untersuchungen im ersten Lebensjahr bei Frühgeborenen sonst noch wichtig sind.

Impfschema bei der Pneumokokken-Impfung bei Frühgeborenen
Impfschema bei der Pneumokokken-Impfung bei Frühgeborenen
Wichtiger Hinweis
Kostenerstattung bei der Pneumokokken-Impfung

Die Pneumokokken-Impfung gehört zu den Standardimpfungen und wird daher von allen Krankenkassen bezahlt. Falls dein Kind im empfohlenen Zeitraum nicht geimpft wurde, kann die Impfung bis zum Alter von 23 Monaten nachgeholt werden.

Wieso soll ich mein Kind schon so früh gegen Pneumokokken impfen?

Die erste Impfdosis gegen Pneumokokken soll bereits im Alter von zwei Monaten geimpft werden. Während der Schwangerschaft werden Antikörper und weitere Abwehrstoffe der Mutter auf den Fötus übertragen. Dieser sogenannte Nestschutz unterstützt das Immunsystem der Neugeborenen. Die Abwehrkräfte eines Säuglings sind zwar ab der Geburt vollständig funktionsbereit, müssen aber trainiert werden, um stärker zu werden. Der Nestschutz hilft bei der Überbrückung der ersten paar Wochen und Monate, lässt allerdings schon sechs Wochen nach der Geburt nach. Pneumokokken-Erkrankungen treten vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern bis zwei Jahren auf.

Daher ist auch die rechtzeitige Impfung so wichtig, um den Kleinen einen bestmöglichen Schutz zu geben.

Besonders wichtig ist die Pneumokokken-Impfung für Frühgeborene. Hier ist der Nestschutz nicht so stark ausgeprägt wie bei Reifgeborenen. Zusätzlich ist das Immunsystem von Frühgeborenen noch anfälliger. Sie sind daher besonders anfällig für Infektionen mit bakteriellen Erregern, wie z. B. Pneumokokken.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Pneumokokken-Impfung?

Durch die Impfung wird das Immunsystem angeregt. Dies ist auch gewollt, da so das Immunsystem einen Schutz gegen den Erreger aufbauen kann. In der Folge kommt es sehr häufig zu einer Rötung oder einer Schwellung an der Stelle, an der geimpft wurde. Zusätzlich kann die Einstichstelle schmerzen. Nach der Impfung können zudem Allgemeinsymptome wie z.B. Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall, Abgeschlagenheit und Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Diese Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab. Schwere Nebenwirkungen, wie z. B. allergische Reaktionen, wurden nur vereinzelt beobachtet.2

Welches Risiko birgt eine Pneumokokken-Erkrankung?

Pneumokokken gehören zu den häufigsten Erregern schwer verlaufender Infektionen durch Bakterien. In Deutschland sind sie einer der Hauptverursacher von Lungenentzündungen. Gerade bei Babys und Kleinkindern lösen Pneumokokken häufig auch schmerzhafte Mittelohrentzündungen aus. Zudem können die Bakterien neben Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege auch schwerwiegende Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen (Sepsis) verursachen.2 Bei zwei bis zehn Prozent der Erkrankten verläuft eine Pneumokokken-Erkrankung tödlich. Zusätzlich können bei etwa 15 von 100 erkrankten Personen bleibende Folgeschäden auftreten. Schätzungen gehen von jährlich über 5.000 durch Pneumokokken-Erkrankungen verursachten Todesfällen in Deutschland aus.3 Am stärksten betroffen sind ältere Personen, Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen sowie Kinder unter zwei Jahren. Eine Impfung gegen Pneumokokken ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um einer Erkrankung mit diesem Erreger vorzubeugen.

Baby Krankheitsbilder

Wer ist besonders gefährdet?

Neben Säuglingen und Kleinkindern sind Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem besonders gefährdet an Pneumokokken zu erkranken. Zudem ist die Gefahr größer, dass eine Pneumokokken-Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt.
Ein geschwächtes Immunsystem haben unter anderem Kinder, die an einem angeborenen Defekt der Abwehrstoffe leiden. Aber auch chronische Erkrankungen haben Auswirkungen auf das Immunsystem, weshalb ein besonderer Schutz durch eine Pneumokokken-Impfung unabhängig vom Alter empfohlen wird. Dazu gehören z. B. Diabetes, chronische Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane sowie Leber- oder Nierenkrankheiten.
Falls Risikokinder als Baby noch nicht ausreichend geimpft wurden, sollte der Impfschutz bis ins Jugendalter nachgeholt werden. Ist dein Kind ein Risikokind, solltet ihr euch unbedingt von eurem Kinderarzt beraten lassen.
Wurde dein Kind vor dem Jahr 2006 geboren? Gerade dann solltest du einen Blick in den Impfpass werfen. Denn die Pneumokokken-Impfung gehört erst seit 2006 zu den Standardimpfungen.1

Wichtiger Hinweis
Kostenerstattung für Risikokinder

Die Kosten für die Pneumokokken-Impfung für Risikokinder werden in jedem Alter von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Was sind Pneumokokken genau und wie kann man sich anstecken?

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind weltweit verbreitete Bakterien. Mittlerweile kennt man über 90 unterschiedliche Typen. Die Bakterien werden von Mensch-zu-Mensch durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Husten, Niesen oder auch Reden, weitergegeben. Sie besiedeln den Nasen-Rachen-Raum des Menschen, meistens ohne eine Erkrankung auszulösen. Doch ist die Körperabwehr geschwächt, wofür häufig schon eine Erkältung ausreicht, haben die Bakterien leichtes Spiel. Nun können sie das Immunsystem angreifen und z.B. zu Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen führen.

Geraten die Bakterien in die Blutbahn, kann nicht nur die Lungenentzündung noch schwerwiegender werden, sondern kann es zudem zu einer gefährlichen Blutvergiftung kommen.2

Die Impfung gegen Pneumokokken ist die beste Vorsorge. Die Bakterien können zwar mit Antibiotika behandelt werden, allerdings sind Resistenzen gegen Antibiotika weiter auf dem Vormarsch, so dass diese Medikamente schlechter anschlagen können.

Welche Impfstoffe gibt es?

Für die Standardimpfung bei Säuglingen wird ein konjugierter Impfstoff empfohlen. Diese Impfstoffe immunisieren gegen 13 bzw. 10 Pneumokokken-Typen.

Das Antigen, also der Bestandteil des Impfstoffs, auf den das Immunsystem reagiert, setzt sich aus Bestandteilen der Hülle der Pneumokokken zusammen. Allerdings reagiert das Immunsystem von Säuglingen nur sehr schwach auf diesen Reiz. Deswegen wird ein zusätzliches anderes Molekül mit dem Antigen verbunden (konjugiert).

Dadurch kann eine stärkere und länger anhaltende Immunreaktion, vor allem bei Kleinkindern, ausgelöst werden. Neben dem konjugierten Impfstoff gibt es auch einen nicht-konjugierten Impfstoff, der Bestandteile der Hülle von 23 unterschiedlichen Pneumokokken-Typen enthält. Dieser ist aber nicht für die Impfung bei Säuglingen und Kleinkindern zugelassen.4

Quellen:

1 Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 34/2018 (letzter Zugriff am: 08.02.2019)
2 BzGA, Pneumokokken-Impfung bei Kindern (letzter Zugriff am: 08.02.2019)

3 Deutsches Grünes Kreuz, Pneumokokkeninfektion Krankheitsbild (letzter Zugriff am: 04.02.2019)
4 Robert Koch-Institut, Schutzimpfung gegen Pneumokokken: Häufig gestellte Fragen und Antworten (letzter Zugriff am: 08.02.2019)