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Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) für Babys, Kinder und Erwachsene

Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Es handelt sich um eine Erkrankung der Atemwege, die über Wochen und Monate andauern kann. Während Eltern und Großeltern meist nur an einem langwierigen, lästigen Husten leiden, kann Keuchhusten für Babys schnell lebensbedrohlich werden.

Häufig sind dabei ganz junge Säuglinge betroffen, die noch nicht geimpft werden können. Angesteckt werden die Kleinsten meist von ihren Eltern oder älteren Bezugspersonen, denn der Impfschutz lässt mit den Jahren nach.

Gegen Keuchhusten kann zudem keine lebenslange Immunität aufgebaut werden und du kannst deinem Baby auch keinen Nestschutz mit auf den Weg geben. Deshalb solltest du es so früh wie möglich impfen lassen. Der Impfstoff gegen Keuchhusten (Pertussis) ist in der 6-fach-Impfung enthalten, die für Babys im Alter von 2 Monaten empfohlen wird. Auch Erwachsene sollten eine Impfung gegen Keuchhusten erhalten haben, um die Bakterien nicht weitergeben zu können.

Die Keuchhusten-Impfung bei Babys mit der 6-fach-Impfung

Unser Immunsystem kann gegen die Keuchhusten-Erreger keine langfristige Immunität aufbauen. Da du deinem Baby deshalb auch keine Leihimmunität gegen Keuchhusten weitergeben kannst, sollte der Impfschutz gegen die Pertussis-Bakterien so früh wie möglich aufgebaut werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung gegen Keuchhusten z. B. mit der 6-fach-Kombinationsimpfung. Durch diese wird dein Baby gleichzeitig gegen fünf weitere wichtige Infektionskrankheiten immunisiert (Diphtherie – Tetanus – Keuchhusten – Polio (Kinderlähmung) – Hib – Hepatitis B).

Impfschema

Die erste Impfung wird im Alter von zwei Monaten empfohlen. Die nächsten beiden Impfungen sollten dann in Monat 3 und 4 erfolgen, während die letzte Impfdosis in Monat 11-14 gegeben wird. Du kannst die Impftermine mit deinem Baby dabei einzeln vereinbaren oder auch parallel zu den U-Untersuchungen legen. Wichtig ist nur, dass die Impfungen nach dem vorgegebenen Impfschema und Abständen durchgeführt werden, um eine vollständige Grundimmunisierung zu erhalten.

6-fach-Kombinationimpfung

Damit der Erreger nicht an noch ungeimpfte Babys weitergegeben werden kann, sollten auch Mütter mit Kinderwunsch sowie ihr Partner und ältere Geschwister ihren Impfschutz gegen Pertussis überprüfen.

Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten für Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene

Als einstmals klassische Kinderkrankheit sind heutzutage in Deutschland auch immer mehr Jugendliche und Erwachsene von Keuchhusten betroffen. Der Grund dafür ist vermutlich, dass die Immunität durch die Impfung im Kleinkindalter nicht langfristig bestehen bleibt, sondern wieder abnimmt.

Deshalb sollte die Pertussis-Impfung sowohl im Vorschul- als auch im Jugend- und Erwachsenenalter jeweils noch einmal aufgefrischt werden. Die Auffrischungen gegen Keuchhusten stehen an:

  • 1. Auffrischung für Kinder zwischen 5 und 6 Jahren: als Kombinationsimpfung mit Tetanus und Diphtherie
  • 2. Auffrischung für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren: als Kombinationsimpfung mit Tetanus, Diphtherie und Polio
  • 3. Auffrischung für alle Erwachsenen (ab 18 Jahren): Einmalige Impfung gegen Keuchhusten:Bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung, die alle 10 Jahre ansteht, solltest du einmalig den Kombinationsimpfstoff Tetanus-Diphtherie-Pertussis wählen.

Die Experten der STIKO empfehlen eine Auffrischungsimpfung außerdem für folgende Personen, wenn die Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt:

  • Personen, die im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten
  • Frauen im gebärfähigen Alter
  • Enge Kontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (Tagesmütter, Babysitter, Großeltern) von Säuglingen spätestens vier Wochen vor Geburt des Kindes1

Keine Grundimmunisierung?

Hast du oder dein Kind bisher noch keine Grundimmunisierung gegen Keuchhusten erhalten, kannst du diese jederzeit nachholen. Als Erwachsener reicht hierfür eine Impfung aus.2

Wichtiger Hinweis
Gut zu wissen: Keine Impfung vor der Schwangerschaft – was tun?

Falls sich eine werdende Mutter nicht mehr vor ihrer Schwangerschaft impfen lassen konnte, sollte sie die Impfung am besten in den ersten Tagen nach der Geburt nachholen.

Verschiedene Studien untersuchen auch bereits die mögliche positive Wirkung einer Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft auf die Übertragung von Antikörpern auf den Embryo. Während einige Länder eine Impfung in der Schwangerschaft bereits empfehlen, gehört das in Deutschland noch nicht zur Standardempfehlung der STIKO.1

Gibt es Nebenwirkungen bei der Keuchhusten-Impfung?

Da sich das Immunsystem nach einer Impfung erstmal mit dem Impfstoff auseinandersetzen muss, kann es zu verschiedenen Impfreaktionen kommen. Schwellungen, Rötungen und Schmerzen an der Impfstelle, auch Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit können auftreten.

Doch diese Erscheinungen sind meist kein Grund zur Sorge, sondern ein Zeichen dafür, dass man auf die Impfung reagiert und Antikörper produziert. Die Impfreaktionen treten meist nur vorübergehend auf und klingen in der Regel nach 1 bis 3 Tagen wieder ab.2

Wichtiger Hinweis
Kostenerstattung für die Keuchhusten-Impfung

Die Keuchhusten-Impfung wird sowohl im Rahmen der 6-fach- oder 5-fach-Impfung für Babys und Kleinkinder, als auch im Rahmen der 3-fach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis für Babys, Kinder und Erwachsene von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Wie verbreitet ist Keuchhusten und wie kann ich mich anstecken?

Weltweit sterben jährlich immer noch rund 160.000 Menschen an Keuchhusten.3 In Deutschland kommt es glücklicherweise nur noch vereinzelt zu Todesfällen. Dennoch sind die Erkrankungszahlen, vor allem auch bei Erwachsenen, in den letzten Jahren gestiegen.1

Keuchhusten kommt ganzjährig vor. Allerdings werden im Herbst und Winter die meisten Krankheitsfälle beobachtet. Die Übertragung der hochansteckenden Pertussis-Bakterien kann durch engen Kontakt zu einem Erkrankten oder durch Sprechen, Husten oder Niesen geschehen.

Es handelt sich also um eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Die Ansteckung erfolgt vor allem dort, wo wir im Alltag auf engem Raum mit anderen Menschen zusammen sind, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen.1

Bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen zwischen 6 und 20 Tage. Zu Beginn der Erkrankung sind Infizierte am ansteckendsten. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit verkürzt sich auf etwa fünf Tage nach Beginn der Behandlung, wenn mit einem Antibiotikum therapiert wird.1

Der Krankheitsverlauf bei Keuchhusten (Pertussis)

Die typische Keuchhusten-Erkrankung verläuft in drei Phasen, die zum Teil wochenlang andauern können.

1. Stadium: Erkältungsähnliche Symptome
Das erste Stadium dauert 1 bis 2 Wochen. Es ist durch erkältungsähnliche Symptome gekennzeichnet. Dazu gehören z.B. leichter Husten, Schnupfen und mäßiges Fieber.

2. Stadium: Hustenattacken
Erst im zweiten Stadium treten die typischen anfallsweisen Hustenattacken auf. 4 bis 6 Wochen lang fällt es Erkrankten dabei schwer, einzuatmen. Das dabei entstehende Keuchen gab der Krankheit ihren Namen. Mit den Hustenanfällen wird außerdem zäher Schleim hervorgewürgt, der oft zum Erbrechen führt. Da die Hustenattacken vor allem nachts auftreten, kann eine Keuchhustenerkrankung für die ganze Familie sehr belastend sein.

3. Stadium: Abklingen mit anhaltendem Husten
Im anschließenden, dritten Stadium klingen die Hustenanfälle zwar allmählich ab. Es kann aber noch einmal über 6 bis 10 Wochen dauern, bis der Erkrankte wieder völlig gesund ist.

Da Keuchhusten hochansteckend ist, müssen Betroffene am Anfang isoliert werden. Wenn die Krankheit dann mit einem Antibiotikum therapiert wird, können Keuchhusten-Patienten frühestens nach 5 Tagen wieder in den Kindergarten, in die Schule oder zur Arbeit. Ohne Einsatz von Antibiotika ist das erst frühestens drei Wochen nach Auftreten der ersten Hustenattacken möglich.

 

Keuchhusten führt bei Säuglingen oft zu lebensgefährlichen Komplikationen

Da das Immunsystem von Säuglingen durch den Keuchhusten stark geschwächt wird, haben auch andere Bakterien, wie zum Beispiel Pneumokokken, leichtes Spiel. Im schlimmsten Fall können Komplikationen wie eine Lungenentzündung und Atemstillstände auftreten. Außerdem kann es durch die schweren Hustenattacken zu Leisten- und Rippenbrüchen kommen. In der Folge können auch bleibende Schäden an der Lunge oder den Bronchien zurückbleiben.4

Quellen:

1 Robert Koch-Institut, Keuchhusten (Pertussis) (Stand: 08.02.2019)
2 BzGA, Keuchhusten-Impfung bei Erwachsenen (Stand: 08.02.2019)

3 Centers for Disease Control and Prevention, Pertussis. Fast Facts (Stand: 08.02.2019)
4 BzGA, Keuchhusten-Impfung bei Kindern. (Stand: 08.02.2019)