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Warum Impfungen wichtig sind

Impfungen stellen gute Maßnahmen zum Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten dar. Das ist wichtig, da diese Krankheiten zu gesundheitlichen Komplikationen führen und sogar lebensbedrohlich sein können.

Durch Impfungen lassen sich zudem die Ausbreitung und Übertragung von einigen Infektionskrankheiten verhindern. Wird eine Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen, kann durch Impfungen sogar die Ausrottung der Krankheit erreicht werden. Impfungen dienen nicht nur dem Schutz der eigenen Person, sondern auch der Gemeinschaft.

Die Geschichte von Impfungen

Impfungen gibt es schon viel länger als gedacht. Sie gelten als eine der wirkungsvollsten Erfindungen der Medizin überhaupt und haben schon unzählige Leben gerettet.

Die ersten Berichte schildern, dass es im Osmanischen Reich bereits im 17. Jahrhundert Impfungen gab. Ärzte verabreichten Kindern abgeschwächte Pockenviren. So sollten sie gegen die Krankheit immunisiert werden.1

Ein ähnliches Verfahren entwickelte Edward Jenner 1796 – die Kuhpockenimpfung. Hintergrund dieser Impfung war die Entdeckung, dass Menschen, die sich mit den meist milder verlaufenden Kuhpocken angesteckt hatten, nicht mehr an der gefährlichen Pockenform erkrankten. Als Resultat entwickelte der englische Landarzt eine Impfung. Dabei wurden den Patienten die Kuhpocken verabreicht.1

Mittlerweile gelten, nicht zuletzt wegen dieser anfänglichen Erfolge, die Pocken weltweit als ausgerottet. Somit war der Grundstein für die weitere Entwicklung von Impfungen gelegt.

Nicht verwunderlich, dass der erste Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1901 an Emil von Behring für sein Serum gegen Diphtherie verliehen wurde. Darauf aufbauend entstand 1923 der erste aktive Impfstoff gegen Diphtherie.2 Nicht zuletzt wegen dieser positiven Entwicklung sind Erkrankungs-, aber auch Todesfälle in entwickelten Ländern praktisch nicht mehr vorhanden.

Der Anfang einer rasanten Entwicklung von Impfstoffen im Verlauf des 20. Jahrhunderts war somit gemacht.

Der Entwicklung der Impfung gegen Keuchhusten (auch Pertussis genannt) ging eine lange Erforschungsgeschichte voran. Bereits im 16. Jahrhundert setzte sich ein französischer Arzt mit der Krankheit auseinander. Doch erst 1906 gelangen dem belgischen Bakteriologen Jules Bordet entscheidende Schritte. Darauf aufbauend konnte dann auch ein Impfstoff entwickelt werden, der 1933 zum ersten Mal verwendet wurde.3

Bereits im Alter von 22 Jahren gelang es dem deutschen Medizinstudenten Arthur Nicolaier im Jahr 1884, den Tetanuserreger nachzuweisen. Seine Entdeckung war der Ausgangspunkt jahrelanger Forschung. Einer Gruppe rund um den Immunologen gelang es in der Folge, einen Impfstoff dagegen zu entwickeln, der erstmals 1924 zugelassen wurde.4

1955 kam noch die Impfung gegen Kinderlähmung (Polio) hinzu. Der erste Polioimpfstoff des US-Amerikaners Jonas Salk wurde vom polnischen Virologen Albert Sabin weiterentwickelt.

Heute gilt Sabin als Vater der Schluckimpfung.1 Seine Impfung wurde ab 1956 in der Sowjetunion, ab den 1960er-Jahren auch in den USA und im Anschluss in weiteren Ländern eingeführt.

Historisches Phamazielabor
Historisches Phamazielabor

Eine der neueren zugelassenen Impfungen ist z. B. die gegen HPV. Sie wurde in Europa im September 2006 zugelassen, in Deutschland erfolgte die Einführung einen Monat später. Der Impfstoff ist der erste, der u. a. Krebserkrankungen, in diesem speziellen Fall Gebärmutterhalskrebs, eindämmen und verhindern soll. Der deutsche Virologe Harald zur Hausen untersuchte ab den 1960er-Jahren Gebärmutterhalskrebs und konnte nachweisen, dass der Krebs durch Viren ausgelöst wird. Ab den 1980er-Jahren beschäftigten sich dann Pharmaunternehmen mit der Erforschung eines Impfstoffes, der dann fast 20 Jahre später zugelassen wurde.5

Aktuell wird weiter an Impfstoffen gegen verschiedene Erreger, wie Malaria oder Noroviren, geforscht. Auch hier soll die Gesundheit der Menschen durch eine gute Impfprävention gegen die schwerwiegenden Erreger und mögliche Folgeerkrankungen unterstützt werden.

Erfolg von Impfungen

Den Erfolg von Impfstoffen kann man beispielsweise an der Einführung der Polioimpfung sehen. Die Erkrankungszahlen bei Kinderlähmung sind in der Folge nachweislich zurückgegangen.

Wirksamkeit von Impfungen

In Deutschland dürfen keine Impfstoffe zugelassen werden, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden konnte. Es gibt eine Reihe von vorklinischen Untersuchungen und Prüfungen, mit denen die Hersteller die Wirksamkeit nachweisen müssen. Diese werden vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) überprüft.

Erst danach gibt es eine Zulassung auf nationaler Ebene durch das PEI. Daneben ist eine Zulassung auch auf europäischer Ebene möglich: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gibt das umfassende Zulassungssystem der Union vor und entscheidet, welche Impfstoffe zugelassen werden.6

Darüber hinaus gibt es auch Studien unabhängiger Wissenschaftler, die sich mit der Wirksamkeit von Impfstoffen auseinandersetzen.

So gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beispielsweise an, dass zwei bis drei Millionen Todesfälle im Jahr dank Impfungen verhindert werden können.7

Aber auch die bisherigen Impferfolge, wie zum Beispiel durch die Impfung gegen Polio (Kinderlähmung), zeigen die Wirksamkeit von Impfungen auf. Durch gute Impfquoten konnte die Krankheit in Deutschland ausgerottet werden.

Andererseits ist auch die langjährige Verwendung von Impfstoffen ein Beleg ihrer Wirksamkeit – so ist dank der Masernimpfung und ihrer Verwendung bei Millionen Menschen, eindeutig belegt, dass sie hilft. Denn Masern sind nach der Einführung der Impfung weltweit zurückgegangen.6

Neben der Wirksamkeit wird so gleichzeitig auch fortwährend die Sicherheit der Impfstoffe überprüft.

Quellen:

1 BR Fernsehen, Erfolgsgeschichte Impfung– Pocken, Polio und Diphtherie (letzter Zugriff am: 05.10.2018)
2 Ärzteblatt online, 125 Jahre Diphtherieheilserum: „Das Behring’sche Gold“ (letzter Zugriff am: 04.12.2018)
3 MTA dialog, Eine vergessene Bedrohung - Der Kampf gegen Pertussis (letzter Zugriff am: 05.10.2018)
4 Ärzteblatt online, Medizingeschichte: Invictus – Unbesiegt . . .? (letzter Zugriff am: 05.10.2018)
5 Ärzteblatt online, HPV-Vakzine: Der erste Impfstoff gegen Krebs (letzter Zugriff am: 05.10.2018)
6 Robert Koch-Institut, Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen (letzter Zugriff am: 04.12.2018)
7 World Health Organization, Immunization (letzter Zugriff am: 04.12.2018)