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Reiseimpfungen gegen Meningokokken

Gut geschützt die Welt erobern -  Meningokokken-Impfung als Krankheitsvorsorge

Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder gilt: Wer in die Ferne schweift, sollte sich vorab über das Thema Reiseimpfung informieren. Denn es locken nicht nur exotische Landschaften und Speisen, sondern auch Krankheitserreger wie etwa Meningokokken.

Bitte beachte, dass du dich nicht nur auf Reisen leicht mit Meningokokken anstecken kannst. Eine Meningokokken-Infektion kann schwerwiegende Folgen für deine Gesundheit und dein Leben haben. Es ist allerdings ziemlich einfach, sich vor Meningokokken zu schützen.

Und zwar mit Impfungen! Viele Reiseimpfungen, die vom Centrum für Reisemedizin empfohlen sind, werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. In unserem Reiseglobus findest du mehr Reiseinfos zu deinem Zielland:

Was genau sind Meningokokken und wie kann ich mich gegen Meningokokken schützen?

Meningokokken sind Bakterien, die zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) und/oder Blutvergiftung (Sepsis) führen können.1 Gerade Kinder und Jugendliche können sich in alltäglichen Situationen leicht damit anstecken. Das Gefährliche daran ist, dass eine Meningokokken-Infektion oft nicht schnell genug als solche erkannt wird.

Man teilt Meningokokken-Bakterien in verschiedene Gruppen ein, die mit Buchstaben benannt werden. Die Bakterien unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Kapsel, die sie umgibt und vor der Abwehr durch das menschliche Immunsystem schützt. Die Kapseln der jeweiligen Meningokokken-Gruppen unterscheiden sich so, dass gegen jede Gruppe ein spezifischer Impfstoff notwendig ist. Die Gruppen, die weltweit die meisten Meningokokken-Erkrankungen verursachen, werden als Meningokokken der Gruppen A, B, C, W und Y bezeichnet. Je nach Region kommen sie unterschiedlich häufig vor.

In Europa werden Meningokokken-Erkrankungen hauptsächlich durch drei Gruppen – in der Fachsprache auch Serogruppen genannt – ausgelöst, nämlich die Gruppen B, C und Y.2

Meningokokken-Erreger
Meningokokken-Erreger
Meningokokken - Verteilung der Serogruppen
Verteilung der Serogruppen
Reiseimpfung gegen Meningokokken: Verteilung der Meningokokken-Serogruppen

Es sind Impfstoffe gegen die am meisten verbreiteten Meningokokken verfügbar: Impfstoffe nur gegen die Serogruppe C, nur gegen Meningokokken der Gruppe B oder gegen die vier Meningokokken Gruppen A, C, W und Y gleichzeitig. Um gegen die im Reiseland relevanten Meningokokken-Gruppen gewappnet zu sein, ist eine frühzeitige Reiseimpfberatung sehr wichtig.

Unser Reise-Globus hilft dir die wichtigsten Informationen zu deinen Reisezielen zu finden.

Wie lange vor der Reise sollte ich mich gegen Meningokokken-Erkrankungen impfen?

Damit alle Impfungen rechtzeitig gegeben werden können, sollte man sich spätestens zwei Monate vor der anstehenden Reise von einem Reisemediziner beraten und impfen lassen.

Je nach Impfung kann die Immunisierung gegen Krankheitserreger aber auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Grundsätzlich gilt: Je individueller man sich im Reiseland bewegt und je mehr Kontakt man mit anderen Menschen hat, desto intensiver solltest du über Impfungen nachdenken und den Reise-Impfschutz planen. Für die meisten Impfungen ist die Gabe von mehreren Impfdosen notwendig. Daher gehe auf Nummer sicher und konsultiere mindestens sechs Monate vor der Reise deinen Arzt oder deine Ärztin.

Reisevorbereitung

Was ist mit der Impfung bei einer kurzfristigen Reise?

Du verreist kurzfristig und möchtest dich trotzdem mit einer Impfung schützen? Dann sprich am besten mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Was kosten die Meningokokken-Impfungen?

Bei den vielen unterschiedlichen Impfungen kann man schon mal den Überblick verlieren und sich fragen: Was wird von den gesetzlichen Krankenkassen eigentlich bezahlt und wann muss man selbst in die Tasche greifen?

Die Standardimpfungen

Die empfohlenen Standardimpfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut gelten in Deutschland für jedes Kind und jeden Erwachsenen. Die Empfehlungen werden jährlich aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht.

Was die STIKO als Standardimpfung empfiehlt und nach Zustimmung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in die Schutzimpfungsrichtlinie aufgenommen ist, wird grundsätzlich von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Die Reiseimpfung

Anders als bei den Standardimpfungen konzentriert sich die STIKO bei Reiseimpfungen auf bestimmte Reisegebiete und dort häufig auftretende Erreger oder Epidemien.

Für die Kostenübernahme heißt das, dass Reiseimpfungen nur dann übernommen werden, wenn sie aus beruflichen Gründen erfolgt oder für Privatreisende, wenn die jeweilige Krankenkasse für die Kosten aufkommt. Viele Krankenkassen bieten die Erstattung von Reiseimpfungen als Zusatzleistung für Ihre Versicherten an.

Es steht den gesetzlichen Krankenkassen frei, auch Reiseimpfungen, wie z. B. die Impfung gegen Meningokokken A, C, W und Y oder B, für Privatreisen in den eigenen Leistungskatalog mit aufzunehmen.

Die zusätzlichen Satzungsleistungen orientieren sich dabei meist an den nationalen Empfehlungen der einzelnen Länder, sind allerdings von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich. Es kann also gut sein, dass die Kosten der Reiseimpfungen gegen Meningokokken erstattet werden. Um sicher zu gehen, sollte man am besten individuell bei der eigenen Krankenkasse die Kostenübernahme anfragen. Oftmals vermerken die Versicherer bereits auf ihren Webseiten, welche Reiseimpfungen bezahlt werden.

Quellen:

1 Robert Koch-Institut, Ratgeber Meningokokken (letzter Zugriff am: 13.02.2019)
2 European Centre for Disease Prevention and Control, Surveillance Atlas of Infectious Diseases (letzter Zugriff am: 13.02.2019)