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Die Pneumokokken-Impfung bei Erwachsenen

Lungenentzündungen können gefährlich und langwierig sein. Betroffen sind vor allem ältere Personen. Der häufigste bakterielle Erreger einer Lungenentzündung sind Pneumokokken. Diese Bakterien können darüber hinaus aber auch zu Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen führen.

Jährlich sterben in Deutschland mehr als 5.000 Menschen an einer Pneumokokken-Infektion.1 Die Pneumokokken-Impfung kann solchen Erkrankungen vorbeugen. Das gilt aber keineswegs nur für über 90-Jährige oder Kranke.

Bereits ab 50 Jahren lässt auch bei aktiven und völlig gesunden Menschen die Abwehrstärke des Immunsystems nach. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Pneumokokken-Impfung neben Babys und Kleinkindern auch für alle ab 60 Jahren sowie für immungeschwächte Patienten und chronisch Kranke jeden Alters.

Wie ist die Pneumokokken-Impfempfehlung für Erwachsene?

Die Pneumokokken-Impfung für Erwachsene wird von der STIKO empfohlen für:

  • Personen über 60 Jahren,
  • Immungeschwächte Patienten (durch einen Immundefekt oder eine immunsupprimierte Therapie)
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen einer Grunderkrankung,
  • Personen, die beruflich mit dem Schweißen und Trennen von Metallen zu tun haben.

Wie oft wird geimpft?

Erwachsene über 60 Jahren sowie Personen ab 16 Jahren mit einer Erkrankung der Atmungsorgane, des Herzens oder Diabetes erhalten einmalig eine Dosis der Pneumokokken-Impfung.

Personen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche sowie bestimmte Hochrisikogruppen werden mit zwei Impfdosen im Abstand von 6 – 12 Monaten geimpft. Hier erhältst du die Impfung erst mit einem Konjugatimpfstoff, dann mit einem Polysaccharidimpfstoff gegen Pneumokokken, um einen umfassenden Impfschutz zu gewährleisten.

Die Pneumokokken-Impfung kann in einem Termin mit der Grippe-Impfung erfolgen. So bekommst du einen doppelten Impfschutz mit nur einem Arzttermin. Während die Grippe-Impfung jährlich ansteht, ist die Pneumokokken-Impfung einmalig bzw. muss nur bei bestimmten Personen aufgefrischt werden.

Was bedeutet „gesundheitliche Gefährdung wegen einer Grunderkrankung“?

Grunderkrankungen können dazu führen, dass die körperlichen Abwehrkräfte geschwächt sind. So gibt es z. B. angeborene Immunerkrankungen, bei denen bestimmte Zellen, die für ein funktionierendes Immunsystem wichtig sind, fehlen. Auch chronische Erkrankungen der Atemwege oder des Herzens können zu einer Schwächung des Immunsystems führen und den Körper anfälliger für Infektionen machen.

Zudem kann auch die medikamentöse Behandlung chronischer Erkrankungen zu einer höheren Infektionsanfälligkeit führen.

Personen, die beispielsweise an chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Schuppenflechte leiden, werden häufig mit sogenannten Immunsuppressiva behandelt. Diese Medikamente wirken sich auf das Immunsystem aus. Dadurch wird zwar die chronische Entzündung reduziert, allerdings können diese Medikamente auch negative Effekte auf die Immunabwehr von Viren und Bakterien haben.

Wichtiger Hinweis
Welche Krankheiten oder Faktoren führen zu einem erhöhten Risiko?
  • Chronische Erkrankungen, wie
     
  • Asthma, COPD oder andere chronische Erkrankungen der Atmungsorgane
  • chronische Erkrankungen des Herzens
  • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten
  • Neurologische Krankheiten

 

  • Angeborene oder erworbene Immundefekte, wie
  • T- oder B-Zell Störungen
  • HIV
  • eine immunsuppressive Therapie
  • chronische Leberinsuffizienz
  • Krebserkrankungen
  • Chronische Nierenerkrankungen
  • Chronischen Lebererkrankungen
  • Sicherzellanämie

 

  • Personen mit besonderen Risiken für eine Pneumokokken-Meningitis, durch z.B.
  • ein Cochlea-Implantat (Hörprothese)
  • eine Liquorfistel (z.B. im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas)

 

Werden die Kosten für die Pneumokokken-Impfung erstattet?

Für alle über 60 Jahren, Personen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche sowie Personen mit bestimmten Grunderkrankungen in jedem Alter werden die Kosten für die Pneumokokken-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Dasselbe gilt für Babys bis 2 Jahre.

Muss die Impfung aufgefrischt werden?

Die Schutzdauer der Pneumokokken-Impfung ist begrenzt, wenn du mit dem Polysaccharidimpfstoff geimpft wurdest.
Eine Wiederholungsimpfung im Abstand von mindestens sechs Jahren für Senioren und Menschen, die einer der angesprochenen Risikogruppen angehören, kann daher sinnvoll sein. Besprich am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob für dich eine Auffrischung wichtig ist.

Was sind mögliche Impfreaktionen?

Die Pneumokokken-Impfung ist in der Regel gut verträglich. Durch die Anregung des Immunsystems kommt es häufig zu Impfreaktionen wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. In den ersten drei Tagen nach der Impfung können auch Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit oder Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Diese Symptome sind aber kein Grund zur Sorge und klingen in der Regen nach 1 bis 3 Tagen wieder ab.
Nach Wiederholungsimpfungen sind solche vorübergehenden Nebenwirkungen oft stärker als nach der ersten Impfung.2

Wieso besteht keine generelle Impfempfehlung gegen Pneumokokken?

Pneumokokken-Erkrankungen betreffen vor allem Personen, die ein geschwächtes Immunsystem besitzen. Das gilt für:

  • Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Alter von zwei Jahren: Das Immunsystem ist bei Neugeborenen zwar voll funktionstüchtig, muss aber erst noch trainiert werden.
  • Erwachsene ab 60 Jahren: Denn mit zunehmendem Alter lassen die Abwehrkräfte nach und auch chronische Erkrankungen nehmen zu.
  • Personen, die einen angeborenen Immundefekt haben oder deren Immunsystem aufgrund einer immunsuppressiven Therapie geschwächt ist.
  • Personen mit Grunderkrankungen wie z. B. chronischen Erkrankungen. Diese sorgen generell für eine Schwächung des Immunsystems.

Pneumokokken besiedeln zwar bei den meisten den Nasen-Rachen-Raum, lösen aber bei einem Erwachsenen mit fittem Immunsystem selten eine Erkrankung aus. Eine Impfung hätte somit nur einen geringen Effekt auf schwere Pneumokokken-Erkrankungen und damit verbundene Krankenhauseinweisungen oder bleibende Schäden. 

Welche Krankheiten werden durch Pneumokokken verursacht?

Pneumokokken werden durch Tröpfchen-Infektion übertragen und können eine Vielzahl von Erkrankungen auslösen. Dazu gehören harmlosere, aber unangenehme Infektionen wie Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen.

Die häufigste Pneumokokken-Erkrankung ist die Lungenentzündung. Eine Lungenentzündung kann bei älteren Personen häufig lebensbedrohlich werden. Oftmals ist sie mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden. Auch bei einer Genesung leiden Betroffene oft noch Monate später unter verminderter Leistungsfähigkeit oder sind auf fremde Hilfe angewiesen.

Besonders gefährlich wird es, wenn die Pneumokokken in die Blutbahn gelangen. Bei diesen sogenannten invasiven Pneumokokken-Infektionen verteilen sich die Bakterien schnell über den Körper. Daraus kann sich eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis) entwickeln. In beiden Fällen ist schnelles Handeln angesagt und es sollte sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Mehr Informationen zu Pneumokken-Erkrankungen und Ansteckungswegen findest du auch hier.

Quellen:

1 Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 36/2015 (letzter Zugriff am: 08.02.2019)
2 BzGA, Pneumokokken-Impfung bei Erwachsenen (letzter Zugriff am: 08.02.2019)