HPV Erreger (Humane Papillomaviren)

Beim Humane Papillima-Virus (HPV) unterscheidet man etwa 100 verschiedene Typen. Etwa 40 davon können auf der Haut oder den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane Erkrankungen auslösen. Manche befallen auch den Mund- und Rachenbereich. Die meisten Erkrankungen verlaufen harmlos. HPV 16 und 18 zählen jedoch zu den Hochrisiko-Typen, die im Bereich des Gebärmutterhalses zu Zellveränderungen aller Schweregrade bis hin zu Krebs führen können.1

HP-Viren treten weltweit auf und ca. 80 Prozent aller sexuell aktiven Männer und Frauen infizieren sich mindestens einmal in ihrem Leben mit HPV.2 Am häufigsten sind junge Menschen bis zu einem Alter von 25 Jahren betroffen.1

Nur selten wird eine Infektion auch von Symptomen begleitet.2 Trotzdem können HP-Viren ernsthafte Erkrankungen, wie z. B. Gebärmutterhalskrebs, verursachen. Gebärmutterhalskrebs tritt in Deutschland relativ selten auf, ist jedoch eine gefährliche Krebsart. Etwa 5.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu, 1.600 von ihnen sterben. Gerade Frauen zwischen 40 und 49 Jahren sind betroffen.3

Weltweit sind bei etwa 70 Prozent der Gebärmutterhalstumoren Infektionen mit HPV 16 und/oder 18 nachweisbar. Die beiden Virustypen sind daher zwar nicht die alleinige Erkrankungsursache, gehören aber zu den wichtigen Auslösern. Und: Bei einer bestehenden HPV 16 und/oder 18 Infektion erhöhen zusätzliche Faktoren wie Rauchen, Pille oder eine Immunschwäche das Risiko einer Krebsentstehung.3

Für etwa 80 Prozent der Menschen, die sich mit HPV angesteckt haben, verläuft die Infektion unbemerkt. Es treten keine Krankheitszeichen auf und die Viren werden nach einiger Zeit durch das körpereigene Immunsystem unschädlich gemacht. Es entstehen keine weiteren Folgen.1

Es gibt jedoch auch HP-Virus-Typen, die Hautveränderungen hervorrufen können. Das sind zum Beispiel spitze, wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter große Feigwarzen, die meist im Genitalbereich (Schamlippen, Damm, Penis, Leisten) auftreten. Sie können sich auch am After und bei Frauen in der Scheide sowie am Gebärmuttermund entwickeln. Diese Feigwarzen (Genitalwarzen) sind in der Regel harmlos, werden von den Betroffenen jedoch häufig als störend empfunden.1

Gebärmutterhalskrebs wird durch HPV 16 und 18 sowie noch etwa 13 weitere Hochrisiko-Typen der HP-Viren ausgelöst. Bis zu drei Prozent der infizierten Frauen sind hiervon betroffen. Von der Ansteckung bis zum Auftreten der Krebserkrankung vergehen Jahre, in denen sich der Krebs über mehrere Vorstufen entwickelt. Wenn diese im Rahmen einer Krebsvorsorge rechtzeitig erkannt werden, ist eine Behandlung in der Regel gut möglich.1

Infektionen durch Humane Papillomaviren gehören zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen. Bereits mit dem ersten Sexualkontakt steigt die Wahrscheinlichkeit einer HPV-Infektion deutlich an.4 Das Ansteckungsrisiko wird größer, je höher die Zahl der Sexualpartner ist. Auch eine Infektion durch Petting ist möglich, da die Viren von Haut zu Haut übertragen werden und für eine Ansteckung die Berührung durch Streicheln ausreicht.1

Leiden die Betroffenen bereits an anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen wie Gonorrhoe (Tripper) oder Chlamydien, steigt das Risiko einer Infektion mit HP-Viren.1

Seit dem Jahr 2007 empfehlen die Impfexperten der Ständigen Impfkommission (STIKO) einen Impfschutz gegen die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18. Ziel ist, die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in Zukunft zu senken.4

Um einen möglichst großen Impf-Effekt zu erzielen, ist es wichtig, Mädchen bzw. junge Frauen zu impfen, bevor sie sich mit HPV infizieren können, d.h., vor dem ersten Sexualkontakt. Die STIKO empfiehlt die Impfung deshalb für alle Mädchen von neun bis 13, bzw. von neun bis 14 Jahren (abhängig vom verwendeten Impfstoff). So ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Impfschutz aufgebaut ist, bevor es zum ersten Geschlechtsverkehr oder Petting kommt.4

Das empfohlene Impfschema

Vollständiger Impfschutz gegen HPV von Klein auf

Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Epid. Bull., 34/2016.
G: Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1-G4)
d: Standardimpfung für Mädchen im Alter von 9 – 13 bzw. 9 – 14 Jahren (je nach verwendetem Impfstoff) mit 2 Dosen im Abstand von 6 Monaten, bei Nachholimpfung beginnend im Alter > 13 bzw. > 14 Jahren oder bei einem Impfabstand von < 6 Monaten zwischen 1. und 2. Dosis ist eine 3. Dosis erforderlich (Fachinformation beachten).


Für den Aufbau eines belastbaren Impfschutzes genügen im Empfehlungsalter zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sollte die Impfserie gegen HPV vollständig abgeschlossen sein.4

1 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-jugendliche-12-17-jahre/hpv-humane-papillomaviren/infektion, abgerufen am 03.03.2017
2 Frauenärzte im Netz
3 Fakten zur Krebsprävention, HPV-Infektion - Von der Infektion zum Krebs, © 2013 Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Autor: Dr. Marcus Mau
4 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2014/35/Art_02.html?nn=2375548, abgerufen am 17.03.2016