Röteln Erreger (Rötelnvirus)

Röteln werden durch Viren ausgelöst (Rötelnvirus). Eine Infektion kann bei einer schwangeren Frau innerhalb der ersten vier Schwangerschaftsmonate zu schwerwiegende Folgeschäden beim ungeborenen Kind führen. Die Röteln-Viren können sich nur mit Hilfe des Menschen verbreiten.2

Röteln-Viren kommen weltweit vor. Ohne Impfung erfolgen 80 bis 90 Prozent der Ansteckungen im Kindesalter.2 Röteln zählen damit zu den klassischen Kinderkrankheiten.

Mit Einführung der Impfung konnten Erkrankungen mit Röteln stark reduziert werden. Ziel ist, Röteln-Erkrankungen von Babys im Mutterleib vollständig zu verhindern. Länder wie Finnland, Schweden oder die USA sind bereits nahe daran, dieses Ziel zu erreichen. In Deutschland besteht aufgrund unvollständiger Impfungen im Kindes- und Jugendalter gegenwärtig noch ein erhebliches Ansteckungspotenzial.2

In der Regel vergehen von der Ansteckung bis zum Auftreten der Erkrankung 14 bis 21 Tage.2
Bricht eine Röteln-Erkrankung aus, sind in erster Linie die Haut und Lymphknoten befallen. Anfangs zeigt sich meist eine leichte Entzündung der Atemwegsschleimhäute. Der für Röteln charakteristische Hautausschlag beginnt hinter den Ohren. Er wandert anschließend als auffällige Rötung ins Gesicht. Die hellroten Flecken sind kleiner als der Ausschlag einer Masern-Erkrankung und nicht miteinander verschmolzen. Bei vielen Patienten ist der Ausschlag auch nur schwach sichtbar. Vom Gesicht breiten sich die Flecken für zwei bis drei Tage über den ganzen Körper aus. Manche Patienten klagen über schmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren.1

Röteln lösen bei Jugendlichen und Erwachsenen häufig Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, eine leichte Entzündung der Bindehaut bzw. Augenlider, eine verstopfte oder rinnende Nase und geschwollene Lymphknoten aus. Gerade bei jungen Frauen treten auch geschwollene und schmerzende Gelenke auf. Mit zunehmendem Alter der Patienten werden häufiger Komplikationen beobachtet. Dies können Gelenkentzündungen, Husten, Ohr-, Gehirn-, oder Herzmuskelentzündungen sein.1

Nach etwa einer Woche ist eine Röteln-Erkrankung jedoch in der Regel überstanden und hinterlässt eine lebenslange Immunität.
20 bis 50 Prozent der Erkrankten zeigen sogar nur wenige bis gar keine Symptome.1

Auch Röteln werden durch Viren ausgelöst. Daher ist die Krankheit ursächlich nicht behandelbar. Nur die Symptome können z. B. durch die Gabe von Schmerzmitteln, gelindert werden.3

SCHWANGERE

Während Röteln bei den meisten Erkrankten ohne Folgen ausheilen, können Röteln-Viren bei ungeborenen Kindern erhebliche Schäden hervorrufen. Weltweit kommen nach Schätzungen jährlich 110.000 Kinder mit Schäden zur Welt, da sich ihre Mutter während der Schwangerschaft mit Röteln infiziert hat. Das Risiko ist für die Kinder besonders groß, wenn die Mutter in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen an Röteln erkrankt.1

Gelangen Röteln-Viren von der Mutter zum ungeborenen Kind, entwickeln sich bei 60 Prozent der Kinder Augenschäden, Taubheit, Herzfehler oder Hirnschäden. Auch Schäden der Leber, Milz und des Knochenmarks können eine Folge sein.1

Die Ansteckung mit Röteln-Viren erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass die Viren über die Luft durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden. Auch gemeinsam genutzte Gegenstände (Trinkflasche, Besteck, Spielzeug) können eine Ansteckungsquelle sein.1

Dringen die Röteln-Viren über die Schleimhaut der oberen Atemwege ein, vermehren sie sich im Körper und können dann eine Röteln-Erkrankung auslösen. Schwangere können ihr ungeborenes Baby anstecken, was für das Kind ernste Folgen haben kann.2

Infizierte können eine Woche vor bis eine Woche nach Auftreten des Ausschlags andere Menschen anstecken. 50 Prozent der Erkrankten zeigen keine Symptome, verbreiten jedoch trotzdem die Viren weiter.1

Haben sich Kinder im Mutterleib mit Röteln angesteckt, können sie das Virus bis zu einem Jahr über ihren Urin oder das Nasen- und Rachen-Sekret ausscheiden.1

Mütter, die selbst eine Röteln-Erkrankung durchgemacht haben oder gegen Röteln geimpft wurden, übertragen schützende Antikörper auf ihr Baby. Kommen die Säuglinge zur Welt, verfügen sie über einen sogenannten Nestschutz. Diese Leihimmunität schützt sie für etwa ein halbes Jahr vor einer Röteln-Infektion.1

Für einen weiteren Röteln-Schutz ist die Impfung gegen Röteln empfohlen. Sie wird – meist zusammen mit der Impfung gegen Masern und Mumps – zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat gegeben. Eine zweite Impfung sollte möglichst bis zum Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen, damit der Impfschutz möglichst frühzeitig aufgebaut ist.2

Das empfohlene Impfschema

Vollständiger Impfschutz gegen Röteln von Klein auf

Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Epid. Bull., 34/2016.
G: Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1-G4)


WICHTIG: Es reicht nicht, nur Mädchen und Frauen mit Kinderwunsch gegen Röteln zu impfen. Um eine Ansteckung von Schwangeren zu vermeiden, ist auch die Impfung von Jungen erforderlich, damit diese die Infektion nicht an ungeschützte Schwangere in ihrem Umfeld weiterverbreiten.
 Insgesamt sollen über 90 Prozent aller Kinder zweimal geimpft sein.3


Die Impfexperten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen eine Röteln-Impfung für alle ungeimpften Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter.
Für alle Frauen im gebärfähigen Alter, wenn sie nur einmal gegen Röteln geimpft wurden.

Für ungeimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus, wenn sie Kontakt zu Schwangeren haben (Pädiatrie, Geburtshilfe, Schwangerenbetreuung sowie in Gemeinschaftseinrichtungen).2

1 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/roeteln-rubella/was-sind-roeteln-rubella, abgerufen am 17.03.2016
2 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Roeteln.html, abgerufen am 17.03.2016
3 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/roeteln/infektion, abgerufen am 03.03.2017