Rotavirus Erreger (Rotaviren)

Rotaviren sind sehr ansteckend und widerstandsfähig und können wochenlang auf Händen, in verseuchtem Wasser oder auf harten Oberflächen überleben. Der Name des Rotavirus beruht auf der radähnlichen Struktur der Viren (lat. rota = das Rad), die unter dem Elektronenmikroskop sichtbar wird.1

Das Rotavirus ist weltweit verbreitet und die häufigste Ursache von viralen Darminfektionen bei Kindern. Hauptsächlich betroffen von einer Infektion durch Rotaviren sind Säuglinge und Kinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Der Grund ist eine besondere Empfänglichkeit wegen der noch fehlenden Immunität.2 Etwa 20.000 Kinder müssen in Deutschland jährlich wegen Rotaviren im Krankenhaus behandelt werden, 50 davon intensivmedizinisch.3


Auch Erwachsene können sich mit Rotaviren infizieren.
Bei ihnen tritt die Erkrankung zum Beispiel im Rahmen eines Auslandsaufenhaltes als Reisedurchfall auf. Häufig infizieren sich auch Eltern erkrankter Kinder oder Senioren bei Ausbrüchen in Altenheimen. Meist verläuft die Erkrankung im Erwachsenenalter milder.2


Rotavirus-Erkrankungen sind maßgeblich für die Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern verantwortlich. Schätzungen zufolge erkranken in Afrika, Asien und Lateinamerika jedes Jahr über 100 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Etwa 350.000 bis 600.000 Kinder sterben daran.2
 In den Monaten Februar bis April wird eine Häufung der Erkrankungen beobachtet.2

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung beträgt ein bis drei Tage. 
Eine Rotavirus-Infektion beginnt häufig mit schwallartigem Erbrechen, begleitet von wässrigem Durchfall und starken Bauchschmerzen. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern verläuft die Erkrankung deutlich schwerer als Durchfallerkrankungen, die durch andere Erreger ausgelöst werden. Fieber, Halsschmerzen und Schnupfen können weitere Begleiterscheinungen einer Rotavirus-Infektion sein. In der Regel bessern sich die Beschwerden nach zwei bis sechs Tagen.4


Aufgrund der heftigen Durchfälle kann es zu einem schnellen Verlust an Flüssigkeit kommen. Wenn dieser Flüssigkeitsverlust nicht rechtzeitig behandelt wird, kann er bei den Patienten zum Tode durch Austrocknung (Dehydration) führen.4

Rotaviren werden durch verschiedene Wege, jedoch hauptsächlich über eine sogenannte Schmierinfektion übertragen. Zu Schmierinfektionen kommt es zum Beispiel über ungewaschene Hände nach einem Toilettengang, über Türklinken oder gemeinsam genutzte Gegenstände wie Geschirr oder Spielsachen. Kinder und Erwachsene können sich auch durch verunreinigtes Wasser oder virenhaltigen Schleim der Atemwege, der über die Luft übertragen wird, infizieren.4

Die Infektiosität von Rotaviren ist erheblich. Bereits zehn Viruspartikel genügen, um ein Kind zu infizieren. Zum Vergleich: Mit einem Gramm Stuhl scheidet ein Kind Milliarden Viren aus.4 Die Verbreitung der Erkrankung ist dadurch sehr leicht möglich.
Rotaviren können außerhalb des menschlichen Körpers mehrere Tage überleben.3 Daher herrscht gerade auf gemeinschaftlich genutzten Toiletten, zum Beispiel im Kindergarten oder der Schule, eine große Ansteckungsgefahr. Erkrankte Kinder und Erwachsene scheiden Viren etwa acht Tage lang über ihren Stuhl aus und können während dieser Phase andere anstecken.4

Gute Hygiene bietet einen ersten Schutz gegen eine Infektion mit Rotaviren. Dazu gehören saubere Toiletten, aber auch ein gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang und nach dem Wechseln von Windeln. Um den Infektionsweg „Stuhl – Hand – Mund“ zu unterbrechen, ist auch ein Händewaschen vor dem Essen empfehlenswert.4


Da trotz aller Hygiene eine Ansteckung mit Rotaviren nicht zu 100 Prozent vermieden werden kann, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit Juli 2013 eine Impfung gegen Rotaviren für alle Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen. Der Impfschutz wird durch einen Schluckimpfstoff aufgebaut. Je nach Impfstoff sind zwei oder drei Impfungen im Abstand von vier Wochen zum Aufbau eines langfristigen Impfschutzes erforderlich. Die Impfexperten empfehlen außerdem, die Impfung gegen Rotaviren frühestens ab der sechsten Lebenswoche zu beginnen und diese bis zur 24. bzw. 26. Lebenswoche abzuschließen.4

Das empfohlene Impfschema

Vollständiger Impfschutz gegen Rotaviren von Klein auf

Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Epid. Bull., 34/2016.
G: Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1-G4)
b: Die 1. Impfung sollte bereits ab dem Alter von 6 Wochen erfolgen, je nach verwendetem Impfstoff sind 2 bzw. 3 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen erforderlich.



Die Schluckimpfung gegen Rotaviren kann parallel zur 6-fach-Impfung und der Impfung gegen Pneumokokken gegeben werden, um Ihnen und Ihrem Kind weitere Impftermine zu ersparen.3 

1 www.arzneimittel.de/krankheit/rotavirus-infektion/, abgerufen am 17.03.2016
2 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Rotaviren.html, abgerufen am 17.03.2016
3 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/rotaviren/infektion/, abgerufen am 03.03.2017
4 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/rotavirus-infektion/ursachen/, abgerufen am 17.03.2016