Windpocken (Varizellen) Erreger (Varicella-Zoster-Virus)

Varicella-Zoster-Viren gehören zur Familie der Herpes-Viren.1 Sie können neben Windpocken als Spätmanifestation auch die v.a. bei älteren Menschen beobachtete Gürtelrose verursachen.2
 Menschen sind der einzig bekannte Wirt zur Verbreitung von Windpocken auslösenden Varicella-Zoster-Viren.2

Varizellen kommen weltweit vor. Sie gehören zu den klassischen Infektionskrankheiten im Kindesalter. Neun von zehn Erwachsenen erlitten als Kind Windpocken3 und können deshalb später auch an Gürtelrose erkranken.

In den gemäßigten Breitengraden wird eine saisonale Häufung im Winter und Frühjahr beobachtet.2

Von der Ansteckung bis zum Auftreten der Erkrankung vergehen etwa ein bis drei Wochen.1

Zu Beginn der Erkrankung kommt es häufig zu Fieber und Abgeschlagenheit. Später entwickelt sich der charakteristische Hautausschlag mit Bläschenbildung. Er beginnt im Gesicht und Körperstamm und breitet sich auf Arme und Beine aus. Sogar die Schleimhäute oder die behaarte Kopfhaut können betroffenen sein. Die Bläschen verursachen einen starken Juckreiz. Sie heilen nach ein bis zwei Wochen ab und hinterlassen in der Regel keine Narben.1

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft eine Windpocken-Erkrankung häufig schwerer als bei Kindern. Das Besondere an Windpocken ist, dass – auch wenn die Erkrankung ausgeheilt ist – Viren noch in bestimmten Bereichen der Nervenenden weiterleben. Diese können sich auch noch Jahre später bei einer Schwächung des Immunsystems wieder vermehren und eine schmerzhafte Gürtelrose hervorrufen.

Tipp: Damit sich die Bläschen nicht entzünden, ist eine sorgfältige Hautpflege während der Infektion sehr wichtig.1

Der Name „Windpocken“ kommt nicht von ungefähr, denn die Viren sind hoch ansteckend und verbreiten sich buchstäblich „mit dem Wind“. Schon der kurze Aufenthalt in einem Zimmer mit einem Windpocken-Patienten gilt als sicherer Weg sich anzustecken.3

Die Verbreitung der Viren erfolgt durch eine Tröpfchen-Infektion. Hierbei werden Viren von Mensch zu Mensch über Husten, Niesen oder Sprechen übertragen. Eine weitere Ansteckungsmöglichkeit sind die Bläschen des Hautausschlags. Wenn sie aufplatzen, verbreiten sich viele Viren über die Luft.1 Eine Ansteckung mit Windpocken ist für ungeschützte Personen daher kaum zu vermeiden.

Infizierte Kinder können bereits ein bis zwei Tage vor Ausbruch des Ausschlags andere anstecken. Die Ansteckungsfähigkeit bleibt noch fünf bis sieben Tage nach Abklingen des Ausschlags bestehen.3

Sind schwangere Frauen aufgrund einer durchgemachten Erkrankung oder einer Impfung gegen Windpocken immun, übertragen sie einen Teil ihrer schützenden Antikörper auf das Kind. So kommen die Säuglinge mit einem Nestschutz gegen Windpocken auf die Welt, der jedoch im Verlauf der ersten Lebensmonate nachlässt.

Eine Impfung bietet in der Folgezeit einen verlässlichen Schutz gegen Windpocken. Sie ist im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen und kann zeitgleich zur ersten Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln gegeben werden.1

Eine zweite Impfung gegen Windpocken bekommen die Kinder im Alter von 15 bis 23 Monaten, frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung.1

Das empfohlene Impfschema

Vollständiger Impfschutz gegen Varizellen von Klein auf

Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts, Epid. Bull., 34/2016.
G: Grundimmunisierung (in bis zu 4 Teilimpfungen G1-G4)


Jugendliche sollen bis zum Ende des 18. Lebensjahres eine Nachholimpfung gegen Windpocken erhalten, wenn sie noch nicht über einen ausreichenden Impfschutz verfügen.2

Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen eine Windpocken (Varizellen-)Impfung außerdem für

1 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/windpocken-varizellen/krankheitsbild/, abgerufen am 03.03.2017
2 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.html, abgerufen am 17.03.2016
3 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/windpocken-varizellen/was-sind-windpocken-varizellen/, abgerufen am 17.03.2016