Keuchusten (Pertussis) Erreger (Bordetella pertussis)

Pertussis, besser bekannt als Keuchhusten, ist eine Infektion der Atemwege, die durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst wird.3 Das Bakterium bildet eine Vielzahl von Giften (Toxinen) und verursacht dadurch vor allem bei Säuglingen ein schweres Krankheitsbild von Keuchhusten.1

Weltweit sterben jedes Jahr etwa 300.000 Menschen an Keuchhusten (Pertussis). In Deutschland gab es im Jahr 2011 drei durch Keuchhusten ausgelöste Todesfälle. Bei den Erkrankungsfällen handelt es sich vorwiegend um sehr junge Säuglinge, die noch nicht geimpft werden konnten. In Deutschland ist eine Verschiebung der einstmals klassischen Kinderkrankheit ins Jugend- und Erwachsenenalter zu beobachten. Dies ist durch einen Rückgang der Immunität nach der Impfung im Kindesalter zu erklären. Auffrisch-Impfungen im Jugend- und Erwachsenenalter sollen deshalb hier Abhilfe schaffen.

Keuchhusten kommt ganzjährig vor. Allerdings werden im Herbst und Winter mehr Krankheitsfälle beobachtet als im restlichen Jahresverlauf.3

Keuchhusten ist eine Erkrankung der Atemwege, die über Wochen und Monate andauern kann. Während Eltern und Großeltern meist nur an einem langwierigen und lästigen Husten leiden, kann ein Keuchhusten für Säuglinge eine ernsthafte, zuweilen tödliche Bedrohung sein.1

Die typische Keuchhusten-Erkrankung gliedert sich in drei Stadien:

Vor allem bei Säuglingen können Komplikationen wie Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung auftreten. Diese werden häufig durch Pneumokokken-Bakterien ausgelöst2, da das Immunsystem der Patienten durch den Keuchhusten stark geschwächt ist. Bei Säuglingen stehen als Symptomatik Atemstillstände im Vordergrund.2 Außerdem kann es zu Leisten- und Rippenbrüchen sowie bleibenden Schäden an der Lunge oder den Bronchien kommen.1

Pertussis (Keuchhusten) ist eine hochansteckende Krankheit.2 Die Übertragung der Bakterien erfolgt bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen oder Sprechen). Enger Kontakt bedeutet im Falle einer Keuchhusten-Infektion eine Entfernung von ca. einem Meter – ein Abstand also, der sich in jeder Familiengemeinschaft sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder öffentlichen Einrichtungen wie Kinderkrippen, Kindergärten oder Schulen findet. Da Pertussis-Bakterien sehr leicht weitergegeben werden, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erkrankter andere, ungeschützte Personen ansteckt, bei fast 100 Prozent.1

Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger von Pertussis-Bakterien auf Säuglinge eine wichtige Rolle. Selbst wenn sie als Kind geimpft wurden, lässt ihr Impfschutz nach einigen Jahren nach. Sie erkranken unbemerkt, da sich der Keuchhusten in diesem Alter meist nur noch als lästiger Husten bemerkbar macht.1 Daher ist es für den Schutz einer ganzen Familie wichtig, nicht nur Säuglinge möglichst früh impfen zu lassen, sondern bei der Impfung auch die Familienangehörigen und andere enge Betreuungspersonen zu berücksichtigen.1

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt etwa neun bis zehn Tage (6-20 Tage).2 Mit Beginn der Erkrankung beginnt die Ansteckungsfähigkeit. Sie erreicht ihren Höhepunkt während der ersten beiden Krankheitswochen. Bei der Gabe von Antibiotika verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf etwa fünf Tage nach Beginn der Behandlung.2

Anders als andere Krankheitserreger können Pertussis-Bakterien nicht ausgerottet werden. Und da uns unser Immunsystem weder nach einer Impfung noch nach einer durchgemachten Keuchhusten-Erkrankung lebenslang schützen kann, ist die Impfung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besonders wichtig.1

Mütter geben keine genügende Leihimmunität an ihre Babys weiter. Daher soll ein Impfschutz gegen Keuchhusten so früh wie möglich aufgebaut werden1: Ab der neunten Lebenswoche erhalten Säuglinge die erste Impfung. Eine zweite Impfung erhalten die Kinder mit vollendetem drittem Lebensmonat. Die dritte Dosis folgt ab dem vollendeten vierten Lebensmonat und am Ende des ersten Lebensjahres (11.-14. Lebensmonat) wird die vierte Teilimpfung gegeben.

Sowohl im Vorschul- als auch im Jugend- und Erwachsenenalter sollte die Impfung aufgefrischt werden. Bestehen Impflücken bei Jugendlichen, sollten diese geschlossen werden.2

Da es in Deutschland keinen einzelnen Impfstoff gegen Keuchhusten gibt, wird die Impfung immer in Kombination mit anderen Impfungen gegeben – im Säuglingsalter zum Beispiel im Rahmen der Sechsfach-Kombinations-Impfung, bei Erwachsenen zusammen mit der Impfung gegen Tetanus und Diphtherie.

Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen eine Pertussis-Impfung außerdem für folgende Personen (sofern sie in den letzten 10 Jahren keine Pertussis-Impfung erhalten haben):

Erfolgte die Impfung nicht vor der Geburt, sollte die Mutter bevorzugt in den ersten Tagen nach der Geburt ihres Kindes geimpft werden.2

Da Keuchhusten hochansteckend ist, müssen Keuchhusten-Patienten isoliert werden. Erst fünf Tage nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie ist der Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wieder zulässig. Ohne Einsatz von Antibiotika ist eine Wiederzulassung frühestens drei Wochen nach Auftreten der Hustenattacken möglich.

1 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/keuchhusten-pertussis/impfung, abgerufen am 03.03.2017
2 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Pertussis.html#doc2374534bodyText2, abgerufen am 17.03.2016
3 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/keuchhusten-pertussis/was-ist-keuchhusten-pertussis/, abgerufen am 17.03.2016