Tetanus (Wundstarrkrampf) Erreger (Clostridium tetani)

Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine Erkrankung, die durch das Gift (Toxin) des Bakteriums Clostridium tetani  hervorgerufen wird. Tetanus ist weltweit verbreitet.8

Tetanus-Bakterien finden sich weltweit in der Erde, in Staub, Schmutz oder Fäkalien von Menschen und Tieren. Während in Deutschland nur noch wenige Fälle von Tetanus beobachtet werden, gilt die Erkrankung weltweit noch als erhebliche Bedrohung, besonders für Neugeborene. Im Jahr 2006 starben vorwiegend in Entwicklungsländern ca. 300.000 Menschen an Tetanus, darunter 250.000 Neugeborene und Säuglinge.8 In den Industriestaaten Europas und Nordamerikas treten dank umfassender Impfmaßnahmen und guter Lebensbedingungen nur noch selten Tetanusfälle auf. In Deutschland wurden in den letzten Jahren unter 15 Erkrankungen jährlich verzeichnet. Betroffen sind hierzulande überwiegend ältere, nicht oder unvollständig geimpfte Erwachsene.2

Obwohl wir Erkrankungen mit Tetanus in unserem Alltag nicht mehr begegnen, sind wir immer von Tetanus-Bakterien umgeben. Die Erreger sind als Sporen sehr widerstandsfähig gegen Hitze, Trockenheit und Desinfektionsmittel. Wenn sie nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, können sie im Erdreich jahrelang überleben.2 Es ist so gut wie unmöglich, Tetanus-Erregern aus dem Weg zu gehen.

Tetanus-Bakterien gelangen durch verunreinigte Wunden in den Körper. Dort vermehren sie sich im sauerstoffarmen, nekrotischen Gewebe und geben durch ihren Stoffwechsel ein Gift (Toxin) ab, das sich auf Muskeln und Organe auswirkt. Erste Krankheitszeichen treten meist vier bis 14 Tage nach der Ansteckung auf. Die Krankheit beginnt schleichend mit Unruhe, Schlafstörungen, Schweißausbrüchen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.3

Der Name „Wundstarrkrampf“ beschreibt den weiteren Krankheitsverlauf: Das Gift führt zu anhaltenden Muskelanspannungen. Meist beginnen diese in der Kaumuskulatur. Die Betroffenen scheinen zu grinsen und können nur noch begrenzt oder gar nicht mehr ihren Mund öffnen. Sprechen und Schlucken fallen zunehmend schwer.

Das Gift wird über unseren Blutkreislauf und das Lymphsystem im Körper verteilt. So gelangt es in das zentrale Nervensystem und bindet sich an die Nervenzellen. Nach und nach ist die Muskulatur von Nacken, Rücken, Bauch und Gliedmaßen betroffen. Die Verkrampfungen führen zu qualvollen Schmerzen und im Extremfall zu Knochenbrüchen, die bei vollem Bewusstsein erlebt werden.

Sind der Kehlkopf und die Brustmuskulatur von Krämpfen betroffen, können diese so ausgeprägt sein, dass sie zum Erstickungstod des Patienten führen. Trotz modernster intensivmedizinischer Versorgung sterben auch heute noch mindestens zehn bis 20 Prozent der Patienten.1

Verunreinigte Wunden sind die Eintrittspforte für Tetanus-Bakterien. Dabei spielt die Größe der Wunde keine Rolle. Abgestorbenes Gewebe und tiefe Wunden begünstigen infolge einer Sauerstoff-Armut das Wachstum der Tetanusbakterien. Aber auch Bagatellverletzungen (unscheinbare Kratzer oder Stiche), für die man eher nicht einen Arzt aufsucht, können der Auslöser einer Tetanus-Infektion sein.4

Tetanus-Bakterien gelangen ausschließlich über Wunden in den menschlichen Körper. Eine Ansteckung mit Tetanus von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Eine Impfung ist der einzig mögliche Schutz gegen Tetanus. Selbst eine überstandene Tetanus-Erkrankung bietet keinen Schutz vor einer erneuten Ansteckung.3

Da ein belastbarer Tetanus-Schutz so wichtig ist, ist die Impfung in Deutschland für Kinder, Jugendliche und Erwachsene empfohlen.

Kinder sollten möglichst früh gegen Tetanus geimpft werden. Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen die Impfung ab der neunten Lebenswoche. Eine zweite Impfung erhalten die Kinder mit vollendetem drittem Lebensmonat. Die dritte Dosis folgt ab dem vollendeten vierten Lebensmonat und am Ende des ersten Lebensjahres (11.-14. Lebensmonat) wird die vierte Teilimpfung gegeben. So ist der Impfschutz aufgebaut, bevor die Kinder anfangen, die Welt für sich zu entdecken (Verletzungsgefahr).

Mit fünf bis sechs Jahren erhalten die Kinder eine erste Tetanus-Auffrisch-Impfung. Im Alter von neun bis 17 Jahren erfolgt die zweite Auffrisch-Impfung. Im Erwachsenen-Alter sind Tetanus-Auffrisch-Impfungen alle zehn Jahre empfohlen.4Üblicherweise wird die Tetanus-Impfung in Kombination mit anderen Impfungen gegeben, um die Anzahl der notwendigen Injektionen so gering wie möglich zu halten.

Impfschutz gegen Tetanus bei akuten Verletzungen

Wenn der Tetanus-Impfschutz unvollständig ist oder keine Tetanus-Impfung vorliegt, erhalten Patienten, die wegen großer, schmutziger Wunden ärztlich behandelt werden, zusätzlich zu der aktiven Tetanus-Impfung Tetanus-Antikörper (Immunglobuline). Diese machen das im Körper zirkulierende Gift unwirksam. Qualvolle Muskelkrämpfe werden dadurch verhindert.  Durch die Gabe von Antibiotika soll die Vermehrung der Tetanus-Bakterien unterbunden werden.

Je nach Impfstatus des Patienten wird bei Verletzungen eine Tetanus-Auffrischimpfung gegeben. So wird die körpereigene Abwehr schnell aktiviert.1

Eine Schnittverletzung bei der Gartenarbeit, ein Riss an einem rostigen Nagel, barfuß im Garten mit einer entzündeten Fußzehe – tückisch sind kleine Wunden, für die man in der Regel nicht zum Arzt geht. Sie reichen für Tetanus-Bakterien aus, um in den Körper zu gelangen. Liegt dann kein ausreichender Impfschutz vor, kann sich eine schwerwiegende Tetanus-Infektion entwickeln. Darum ist eine Tetanus-Impfung auch für ältere Menschen besonders wichtig.

1 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/tetanus-wundstarrkrampf/impfung, abgerufen am 03.03.2017
2 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tetanus.htm, abgerufen am 17.03.2016
3 www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/tetanus-wundstarrkrampf/, abgerufen am 17.03.2016
4 www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-erwachsene/tetanus/#/jfmulticontent_c33129-2, abgerufen am 26.11.2013