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Impfen oder Krankheit durchmachen?

Der Irrtum, dass das Durchleben von Krankheiten besser für die Gesundheit sei als das Impfen, hält sich sehr hartnäckig. Eine falsche und auch gefährliche Aussage, die von Studien bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte.

Fördern Krankheiten die Entwicklung?

Krankheiten sind ein normaler Begleiter in unserem Leben. Gerade viele Eltern sind der Überzeugung, dass das Durchmachen dieser Krankheiten wichtig für die Gesundheit und Entwicklung ihres Kindes ist. Im Kindesalter sorgt jede harmlose Krankheit wie eine Erkältung dafür, dass der Körper lernt, gegen diese Erreger zu kämpfen.1 Mit lang anhaltendem positivem Ausgang: Das Immunsystem des Kindes wird dadurch gestärkt. Bei schwerwiegenderen Erkrankungen sollte man diesen Weg nicht wählen,

sondern diese im Vorhinein verhindern, wie zum Beispiel durch die entsprechenden Impfungen.

Manche Eltern sprechen sogar davon, dass ein Entwicklungssprung ihrer Kinder nach einer Erkrankung erkennbar sei. Wissenschaftliche Studien können jedoch keinen Zusammenhang zwischen dem Durchleben von Krankheiten und diesen Entwicklungssprüngen nachweisen.2

Vorteil von Impfungen

Was hingegen eindeutig nachgewiesen wurde, ist der Nutzen von Impfungen.3 Gerade auch für Kinder. Denn im Säuglings- und Kindesalter ist das Immunsystem noch nicht sehr stark. Impfungen können es unterstützen und stärken.

Tagtäglich kämpft das Immunsystem gegen eine Vielzahl von Erregern. Die Impfungen schützen gegen wirklich gefährliche Erreger. Dazu gehört unter anderem das Masernvirus.

Eine der sogenannten Kinderkrankheiten, die jedoch häufig mit Komplikationen verbunden sein und sogar einen tödlichen Verlauf haben kann. Gleichzeitig ist es aber bei den sogenannten Kinderkrankheiten auch der Fall, dass die Gefahr von Komplikationen für Erwachsene nochmals höher ist als bei Kindern. All diese Risiken können durch Impfungen minimiert werden. Deren Risiken sind geringer als die der Infektionskrankheiten selbst.

 

Auch Impfungen trainieren das Immunsystem

Dass das Immunsystem durch das Durchmachen von Krankheiten trainiert werde, ist kein Argument gegen Impfungen. Denn Impfstoffe können das Immunsystem ebenso trainieren: Bei der aktiven Impfung muss der Körper lernen, sich mit den verabreichten abgeschwächten Erregern auseinanderzusetzen. So trainiert er, dass das Immunsystem für die Zukunft, meist für einen Zeitraum von mehreren Jahren, diese Erreger erkennt und bekämpft.

Es gibt Medikamente, warum dann vorher impfen?

Medikamente ja, Impfungen nein? Wenn man krank ist, nimmt man Medikamente, die dabei unterstützen, wieder gesund zu werden. So einfach ist das. Na ja, nicht ganz. Fiebersenkende Mittel, Hustensaft oder ähnliche Medikamente bringen einen wieder auf die Beine – aber was tun bei Krankheiten, für die es bisher keine Medikamente gibt? Viren können beispielsweise nicht durch Antibiotika bekämpft werden. In den meisten Fällen muss der Körper das selbst tun. Impfungen können also dafür sorgen, dass es überhaupt nicht zu so einer Situation kommt und man von vornherein geschützt ist.

Krankes Kind auf Sofa

Impfen kann schwerwiegende Folgeschäden verhindern

Es gibt Menschen, die schwere Infektionskrankheiten ohne schwerwiegende Folgen überstehen. Gleichzeitig gibt es auch Menschen, die nach einer solchen Erkrankung langfristig unter Komplikationen leiden. Eine Impfung im Vorfeld verhindert nicht nur die Erkrankung, sondern auch mögliche Langzeitfolgen davon. Eine Maserninfektion kann bedeuten, dass man Fieber, Husten, Schnupfen oder den charakteristischen Hautausschlag hat. In schweren Fällen kann es aber auch zu Komplikationen kommen. Dazu gehört eine Entzündung des Gehirns oder mögliche Langzeitschäden – zum Beispiel des zentralen Nervensystems.

Letztlich helfen Impfungen in manchen Fällen nicht nur dem Impfling selbst, sondern auch dem Umfeld. Bei Erregern, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, können Impfungen dafür sorgen, dass schwere Krankheiten ausgerottet werden. Gleichzeitig sorgt eine hohe Impfquote dafür, dass auch Menschen geschützt werden, die zum Beispiel aufgrund von schweren Krankheiten wie Krebs oder Immundefekt nicht geimpft werden können.

Impfungen versus Krankheiten durchmachen

Krankheiten durchmachen hat keinen positiven Effekt auf die Entwicklung des Kindes. Im Gegenteil – Komplikationen können die Entwicklung sogar erschweren.