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FSME Erreger (FSME-Viren)

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. FSME ist eine Entzündung von Gehirn, Hirnhaut oder Rückenmark, die durch Viren verursacht wird. Die FSME-Viren gehören zur Gruppe der Flaviviren, die in anderen Teilen der Welt Erkrankungen wie Dengue- oder Gelbfieber auslösen. In Deutschland kommt der zentraleuropäische Virustyp vor, der vor allem durch Zecken übertragen wird.1

FSME-Viren werden durch Zecken übertragen. Allerdings tragen nicht alle Zecken FSME-Viren in sich. Nur ca. 0,1-5 Prozent der Zecken sind in Deutschlands Risikogebieten mit dem Virus infiziert.1 Die größte Verbreitung von FSME gibt es in Baden-Württemberg und Bayern, außerdem im südlichen Hessen und in Thüringen. Darüber hinaus sind auch der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz, der Saar-Pfalz-Kreis im Saarland sowie der Vogtlandkreis in Sachsen betroffen.1

Über die Verbreitung von FSME-Fällen informieren Karten, auf denen die Gebiete für Deutschland oder Europa gekennzeichnet sind. Jedes Jahr werden diese Karten aktualisiert und an das Vorkommen aktueller Erkrankungsfälle angepasst. Die Zahl der betroffenen Landkreise in Deutschland ist von 2001 bis 2016 von 65 auf 146 Landkreise gestiegen.2

In Mitteleuropa finden sich FSME-Endemiegebiete u.a. in Österreich und Polen sowie in der Tschechischen und Slowakischen Republik. In Nordeuropa sind die baltischen Länder betroffen, die südlichen Regionen von Schweden, Norwegen und Finnland sowie Teile Dänemarks.1

Grundsätzlich gilt: Zecken werden ab einer Temperatur von sieben Grad Celsius aktiv und können dann FSME-Viren übertragen, falls sie durchseucht sind. Daher sind Infektionen mit FSME verstärkt vom Frühjahr bis zum Herbst zu beobachten. Im Sommer kommt es zu weniger FSME-Fällen wenn es über längere Zeit heiß und trocken ist, auch das ist kein ideales Klima für Zecken. Sogar im Winter können - bei warmer Witterung und entsprechender Zeckenaktivität - noch vereinzelte Erkrankungsfälle auftreten.

Zecken sind winzige Spinnentiere, die in Wäldern, in hohem Gras, im Gebüsch oder in losem Laub leben. In Europa wurden sie bis in Höhen über 1.300 Meter entdeckt.3

Verbreitung FSME in Deutschland

Stand: Mai 2016
Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), Epid. Bull. 18/2016

rot = Definierte FSME-Risikogebiete nach Robert Koch-Institut.
gelb = Landkreise mit vereinzelt aufgetretenen FSME-Erkrankungen, die jedoch nicht der Definition für ein FSME-Risikogebiet nach Robert Koch- Institut entsprechen. (Insgesamt 154 Fälle im Zeitraum 2002 – 2016)

Verbreitung FSME in Europa

Stand: Mai 2016
Quellen: Süss J. Epidemiology and ecology of TBE relevant to the production of effective vaccines. Vaccine 2003:S1/19-35. / Süss J. Tick-borne encephalitis 2010: Epidemiology, risk areas, and virus strains in Europe and Asia – An overview. Ticks Tick Borne Dis 2011;2:2-15. / Amato-Gauci AJ et al. Tick-borne encephalitis joins the diseases under surveillance in the European Union. Euro Surveill. (2012); 17(42). / Robert Koch-Institut (RKI), Epi. Bull. 18/2016. 

rot =  FSME-Risikogebiete in Europa (entsprechend den Angaben der nationalen Gesundheitsbehörden).
? = In diesen Gebieten ist mit FSME-Erkrankungen zu rechnen. Eine genaue Dokumentation der einzelnen Erkrankungen liegt nicht vor. 

gelb = FSME-Einzelfälle (Daten lokaler Behörden oder wissenschaftlicher Publikationen). 

Erste Anzeichen einer Erkrankung mit FSME treten etwa ein bis zwei Wochen, in Einzelfällen bis vier Wochen, nach einem Zeckenstich auf.1 Falls Sie oder Ihr Kind von einer Zecke gestochen wurden, ist es daher ratsam, das Datum des Zeckenstichs zu notieren. Sollten sich in den folgenden zwei (bis vier) Wochen die unten genannten Symptome zeigen, informieren Sie bitte Ihren Arzt über den Zeckenstich.

Eine FSME-Erkrankung verläuft häufig in zwei Phasen:

Die erste Phase dauert zwei bis vier Tage und gleicht einer starken Erkältung mit Husten, Kopfschmerzen und Fieber, evtl. auch Schwindel und Erbrechen.1,3 Nach einer symptomfreien Zeit von etwa einer Woche kann es zu einer zweiten Krankheitsphase kommen. Es treten erneut Fieber, Übelkeit, Erbrechen und eventuell auch Nackensteifigkeit auf. Dies sind Zeichen einer Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarksentzündung durch die FSME-Viren. Bei schweren Verläufen besteht die Gefahr von Lähmungen oder Anfallsleiden. Gelegentlich kann es auch zu lange andauernden Kopfschmerzen kommen. Viele Patienten kämpfen monatelang mit diesen körperlichen Einschränkungen. Insbesondere bei älteren Menschen kann es zu bleibenden Schäden kommen.5 Ca. 1 Prozent der schwer Erkrankten sterben.1

Bei Kindern verläuft eine Infektion mit FSME meist leichter als bei Erwachsenen oder älteren Jugendlichen. Oft heilt die Krankheit ohne bleibende Schäden aus. Trotzdem erkrankt etwa ein Viertel der Kinder schwer. Bei zwei bis drei von 100 erkrankten Kindern hinterlässt eine FSME Langzeitschäden an Gehirn und Nerven.3

Wichtig zu wissen:
Da eine FSME-Infektion durch Viren ausgelöst wird, ist sie trotz bester medizinischer Versorgung ursächlich nicht behandelbar. Lediglich Krankheitszeichen wie das auftretende Fieber oder Kopfschmerzen können mit Medikamenten gelindert werden.  Der Verlauf der Erkrankung ist vollkommen vom Immunsystem des Patienten abhängig. Bei Jugendlichen und Erwachsenen steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf auf 30 bis 40 Prozent.3

FSME-Viren werden durch Zecken auf den Menschen übertragen. Sehr selten wird eine Infektion durch die infizierte Milch von Ziegen oder Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen beobachtet. Nach bisherigem Wissen können Menschen, die an FSME erkrankt sind, andere Menschen nicht anstecken.3
  
Mit dem Zeckenstich gelangen FSME-Viren direkt in die Blutbahn des Menschen. Über das Blut gelangen sie zur Hirnhaut, zum Gehirn oder ins Rückenmark und können dort die eine FSME-Erkrankung auslösen. 

Für Einwohner und Besucher von FSME-Risikogebieten ist eine Impfung gegen FSME empfohlen, da sie einen wirksamen Schutz vor der Erkrankung bieten kann. Das gilt besonders für Menschen, die sich in ihrer Freizeit gerne in der Natur aufhalten (wandern, joggen, Grillnachmittage, Zeltfreizeiten, Gartenarbeit) und für Kinder, die gerne in der Natur spielen.

Gleiches gilt für Personen, die sich aufgrund Ihres Berufs häufig in der Natur aufhalten (z. B. Forstarbeiter, Jäger oder Mitarbeiter in der Landwirtschaft).

Reisende sollten sich vorab nach dem FSME-Risiko an ihrem Reiseziel erkundigen, um rechtzeitig einen belastbaren Impfschutz aufbauen zu können. Eine Impfung nachdem FSME-Viren übertragen wurden, ist nicht möglich.1

FSME-Impfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Kinder können ab ihrem ersten Geburtstag mit einem speziellen Kinderimpfstoff gegen FSME geimpft werden. Kinder ab zwölf beziehungsweise 16 Jahren erhalten den Impfstoff für Erwachsene.
Für einen mehrjährigen Impfschutz werden insgesamt drei Impfungen benötigt:

  • Impfung an Tag Null
  • Impfung ein bis drei Monate nach der ersten Impfung
  • Impfung fünf bzw. neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung.

Damit ist die „Grundimmunisierung“ abgeschlossen. Sie schützt für etwa drei Jahre. Danach sind, je nach Alter, Auffrischimpfungen in Abständen von etwa drei oder fünf Jahren erforderlich.3,4


Tipp

Damit Ihr Impfschutz rechtzeitig zum Frühsommer (April) aufgebaut ist, empfiehlt sich der Beginn der Impfserie im Winter. Für die, die diesen Zeitpunkt verpasst haben, empfiehlt sich die Schnellimmunisierung für die laufende Saison. Für eine längere Schutzwirkung ist eine dritte Impfung erforderlich.4 Ihr Hausarzt kann Ihnen weitere Informationen geben.4 Grundsätzlich kann man sich ganzjährig gegen FSME impfen lassen.

Schnellschema FSME-Impfung

Wenn Sie kurzfristig eine Reise in ein FSME-Risikogebiet planen, können Sie Ihren Impfschutz nach dem sogenannten „Schnellschema“ aufbauen. So erreichen Sie bereits nach wenigen Wochen eine Schutzwirkung, die mindestens für die aktuelle Zeckensaison anhält.3  Wie genau dieses Impfschema erfolgt, ist abhängig vom FSME-Impfstoff, den Ihr Arzt einsetzt.

Kostenübernahme der Krankenkassen

Für gefährdete Personen in Deutschland werden die Kosten einer FSME-Impfung meist von der Krankenkasse übernommen. Anders bei Reisenden. Sie müssen bei Auslandsreisen in der Regel die Kosten für Ihren FSME-Schutz selbst tragen. Viele Krankenkassen übernehmen dennoch die FSME-Impfung bei Auslandsreisen in ein FSME-Risikogebiet. Es kann sich daher lohnen, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.

Neben dem FSME-Virus übertragen Zecken weitere Krankheitserreger, wie zum Beispiel Borrelien. Diese bakteriellen Erreger können die Krankheit Borreliose auslösen, die aber durch die Gabe von Antibiotika behandelbar ist. Allerdings kann man sich vor Borreliose nicht durch eine vorbeugende Impfung schützen. Während FSME nur in bestimmten Regionen Deutschlands auftritt, besteht die Gefahr, sich mit Borrelien zu infizieren, in allen Teilen Deutschlands.

Schützen Sie sich und Ihre Kinder deshalb sowohl vor FSME als auch vor Borreliose, indem sie Zeckenstiche vermeiden. Nach Aufenthalten in der Natur ist es empfehlenswert, Körper und Kleidung sorgfältig nach Zecken abzusuchen und diese ggf. so schnell wie möglich zu entfernen.3
 Wichtig: Borrelien können meist erst nach 12-24 Stunden übertragen werden, FSME-Viren hingegen direkt mit dem Zeckenstich.

Hilfreich sind auch lange Hosen, langärmelige Hemden und feste Schuhe. Sie bedecken dadurch einen großen Teil Ihrer Körperoberfläche und erschweren Zecken das Anhaften. Auch Anti-Zecken-Mittel (Repellents) können für eine gewisse Zeit schützen. Allerdings lässt ihre Wirkung bereits nach etwa zwei Stunden nach.

Entfernen von Zecken

Sollten Sie oder Ihr Kind trotz aller Vorsicht von einer Zecke gestochen worden sein, achten Sie bei der Entfernung der Zecke darauf, alle Körperteile aus der Haut herauszuziehen, um eine Entzündung zu vermeiden. Greifen Sie die Zecke nah an der Hautoberfläche mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungs-Instrument (Zeckenzange/Zeckenkarte) und ziehen Sie die Zecke langsam und gerade aus der Haut.

Diese Maßnahmen reizen das Tier und führen dazu, dass es besonders viel Speichel mit möglichen Krankheitserregern abgibt. Wenn Sie die Zecke entfernt haben, desinfizieren Sie die Wunde sorgfältig.6

1 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html#doc2381918bodyText3 ,aufgerufen am 02.12.15
2 Robert Koch-Institut (RKI), Epid. Bull. 16/2001 und Robert Koch-Institut (RKI), Epid. Bull. 18/2016
3 Stuzner d, et al. 2006. Wien Klein. Wochenschr. 2006 Nov; 118(21-22)_682-5, Prevalence of Borrelia burgdorferi sensu lato in the tick Ixodes ricinus in the Styrian mountains of Austria.
4 Fachinformation FSME-IMMUN Erwachsene®, Stand: April 2015.
www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/fsme, aufgerufen am 02.12.15
www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-kinder-0-12-jahre/fsme-fruehsommer-meningoenzephalitis/infektion, aufgerufen am 03.03.2017