Tollwut Erreger (Rabies Viren)

Tollwut ist eine tödlich verlaufende Virusinfektion, die durch Viren der Tollwut (Rabiesviren) ausgelöst wird.

Erkrankungen mit Tollwut können weltweit vorkommen. Allerdings treten in Ländern wie Deutschland, Schweiz, Finnland, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien oder der Tschechischen Republik aufgrund systematischer Impfprogramme bei Wild- und Haustieren keine Tollwutfälle mehr auf. Auch Spanien, Portugal, Großbritannien, Irland und die skandinavischen Länder gelten als tollwutfrei. Der letzte Tollwutfall in Deutschland trat bei einem Fuchs im Jahr 2006 auf.1

Weltweit sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich rund 55.000 Menschen an dieser Virusinfektion. Besonders Asien und Afrika sind betroffen. Darum besteht für Reisende in diese Gebiete ein Infektionsrisiko.1

Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt in der Regel drei bis acht Wochen. Selten wird auch eine Inkubationszeit kürzer als neun Tage beobachtet, hingegen kann die maximale Inkubationszeit viel länger (mehrere Monate) sein.1

Tollwuterkrankungen beim Menschen erfolgen in drei Erkrankungs-Stadien. Zu Beginn spüren die Patienten ein Brennen, Jucken und besondere Schmerzempfindlichkeit im Bereich der Bisswunde. Weiterhin treten Kopfschmerzen du Appetitlosigkeit und ggf. Fieber auf.1

Im zweiten Erkrankungsstadium entstehen Krämpfe beim Schlucken, was mit einer erheblichen Angst vorm Trinken einhergeht. Der Speichel fließt aus dem Mund. Bereits der Anblick und das Geräusch von Wasser werden von Unruhe und Krämpfen begleitet, die sich auf die gesamte Muskulatur erstrecken können. Der Gemütszustand wechselt von aggressiv zu depressiv. Durch das zunehmende Einwirken der Viren auf das Nervensystem der Patienten können sich Lähmungen (vor allem der Hirnnerven) einstellen.1

Im dritten Erkrankungsstadium tritt ein Koma ein. Der Tod ist Folge einer Atemlähmung. Zwischen Auftreten der ersten Krankheitssymptome und dem Tod liegen bei unbehandelten Patienten maximal sieben Tage.1

Tollwut-Viren werden über Bisswunden von Säugetieren (Wölfe, Füchse, aber auch Hunde sowie Fledermäuse) auf den Menschen übertragen. Das Virus kann jedoch auch über den Speichel beim Lecken von verletzter oder entzündeter Haut in den menschlichen Körper gelangen.2

Tollwütige Tiere müssen nicht immer aggressiv sein! Bei einer „stillen Wut“ wirken sie eher lethargisch und hilfsbedürftig.
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Tollwütige Wildtiere verlieren häufig zu Beginn der Erkrankung ihre Scheu vor dem Menschen. Treffen Sie auf ein vermeintlich zahmes Wildtier, halten Sie Distanz!1

Durch die systematische Impfung von Wildtieren (Impfung per Fressköder) und Haustieren konnte die Tollwut in weiten Teilen Europas erfolgreich bekämpft werden.1

Für Reisende in Tollwut-Risikogebiete bietet eine vorbeugende Impfung mit drei Dosen einen provisorischen Schutz. Im Falle eines Tollwut-verdächtigen Bisses müssen dann nur noch zwei bis drei Folgedosen verabreicht werden.

Besteht bei Ungeimpften nach einer Bissverletzung ein Tollwutrisiko, muss die Wunde zunächst gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Anschließend erhalten die Patienten sofort eine spezielle Impfbehandlung (aktive und passive Impfung).2 Da eine Tollwuterkrankung immer tödlich endet, müssen diese Maßnahmen ohne zeitliche Verzögerung durchgeführt werden.1 Wenn immer möglich, sollte bei möglichem Tollwutrisiko (Reisen, beruflicher Aufenthalt) eine vorbeugende Impfung vorgenommen werden.2


Weitere Maßnahmen zum Schutz gegen Tollwut: Vermeiden Sie generell Tierkontakte mit Bissrisiko (mit Hunden spielende Kinder, Tramper und Radfahrer in Gebieten mit wilden, streunenden Hunden). Fassen Sie Fledermäuse – falls notwendig – nur mit Handschuhen an.1

1 www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html, abgerufen am 17.03.2016
2 Auswärtiges Amt, Infos des Gesundheitsdienst, Tollwut, 01.06.2012