Allzeit bereit: Der Impfpass-Check

Als MFA ist man ständig im Volleinsatz. Während sie die Jonglage zwischen Patientenbetreuung, administrativen Aufgaben und den Überblick über Impftermine und -empfehlungen perfekt beherrscht, fühlen sich Patienten manchmal überfordert. Gerade wenn es um den Impfstatus und anstehende Impftermine geht, können Eltern aufgrund der Vielzahl an Terminen den Überblick verlieren. Erwachsenen Patienten ist die Notwendigkeit, den Impfpass im Blick zu haben, oft gar nicht bewusst. Um Patienten genau dabei zu unterstützen, hilft ein gemeinsamer Impfpass-Check. Was dabei wichtig ist und wie man am besten vorgeht, verraten die folgenden Checklisten.

Die Impfpasskontrolle

Wann sollte der Impfpass kontrolliert werden?

Der regelmäßige Impfpass-Check verschafft einen Überblick über den Impfstatus der Patienten und zeigt, ob und welche Impfungen notwendig sind. Grundsätzlich bedürfen alle Impfungen einer Grundimmunisierung, meist im Kindesalter. Die Anzahl der Impfdosen steht hierbei in Abhängigkeit zum Impfstoff und dem Alter des Patienten. Für die Pneumokokken-Impfung sind beispielsweise drei Impfdosen bei reifgeborenen Babys und Kleinkindern bis zwei Jahren erforderlich, während die Meningokokken C-Impfung mit einer einmaligen Gabe abgeschlossen ist. Für eine Immunisierung gegen Masern, Röteln und Mumps werden hingegen zwei Impfdosen benötigt. Ein vollständiger Schutz kann immer nur durch die Einhaltung aller empfohlenen Impfdosen gewährleistet werden. Eine Übersicht zu allen von der STIKO empfohlenen Impfungen gibt es hier.

Die Impfpasskontrolle

 

Ist die Grundimmunisierung nicht vollständig erfolgt, können entstandene Impflücken durch sogenannte Nachholimpfungen bis zu einem gewissen Alter geschlossen werden. Welche Impflücke bis zu welchem Alter geschlossen werden kann, steht hierbei in Abhängigkeit zum Impfstoff. Trotz erfolgreicher Grundimmunisierung müssen einige Impfungen nach einem gewissen Zeitraum regelmäßig aufgefrischt werden. Manche Auffrischungen stehen bereits im Kindesalter an.

Andere Auffrischungsimpfungen sind auch für Erwachsene wichtig. So sollte beispielsweise die Impfung gegen Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Diese erfolgt einmalig in Kombination mit einer Pertussis-Impfung, wenn der Patient bisher noch nicht gegen Keuchhusten geimpft wurde. Wichtig: Bei Keuchhusten wird durch eine durchgemachte Erkrankung kein lebenslanger Immunschutz aufgebaut! Deshalb ist die Impfung gerade für Erwachsene, die Kontakt zu Babys und Kleinkindern haben, wichtig. Ein weiterer Sonderfall ergibt sich bei Masern. Personen ab 18 Jahren, die nach 1970 geboren wurden und über einen unklaren Impfstatus verfügen oder bisher keine oder nur eine Masern-Impfung in der Kindheit erhalten haben, sollten diese einmalige Standardimpfung nachholen. Auch einige Reiseimpfungen wie FSME, Typhus oder Tollwut müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Hier sollte der Impfstatus vor allem vor einer anstehenden Reise überprüft werden.

Tipp:

● Informationsbroschüren zum Impfen im Wartezimmer können Patienten informieren und gleichzeitig die Wartezeit verkürzen. 

● Die Warteschleife für anrufende Patienten kann als Informationsmöglichkeit dienen.

Alles auf einen Blick

Nachholimpfungen im Alter von zwei bis vier Jahren
● Tetanus
● Diphtherie
● Pertussis
● Hib

Nachholimpfungen für Kinder und Jugendliche von zwei bis 17 Jahren
● Meningokokken-C
● Hepatitis B
● Masern
● Mumps, Röteln
● Varizellen

Auffrischungsimpfungen für Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 17 Jahren
● Tetanus
● Diphtherie
● Pertussis
● Poliomyelitis

Mit einem regelmäßigen Impfpass-Check können Impflücken vermieden und damit ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit der Patienten geleistet werden. Noch mehr Infos, wann welche Impfung ansteht, gibt es hier.